Transkript: Open Source

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Vollständiges Transkript der Episode. Zeitstempel beziehen sich auf die Audiowiedergabe.

Dominik

Ja, hallo liebe Hörerinnen und Hörer und willkommen beim Python Podcast in der 21.

Dominik

Episode.

Dominik

Schön, dass ihr alle wieder reingeschaltet habt.

Dominik

Heute geht es bei uns um Open Source.

Dominik

Ich bin der Nonik, davon ist der Jochen und wir haben heute den Reimer zu Gast.

Dominik

Hallo Reimer.

Reimar

Hallo zusammen.

Jochen

Hallo.

Dominik

Ja, was machen wir heute?

Dominik

Wir haben einige Sachen letztes Mal vergessen zu erzählen, machen wir diesmal aber auch nicht, das ist nicht so.

Dominik

Dafür versuchen wir diesmal direkt zum Thema zu kommen und euch dann ein bisschen zu erzählen, worum es bei Open Source so geht.

Dominik

Ich habe die Struktur für heute gar nicht so mitbekommen, nicht so richtig vorbereitet.

Dominik

Dann müsste der Reimar direkt erzählen, vielleicht, was er heute erzählen möchte und der Jochen.

Jochen

Ja, aber vielleicht kann sich der Reimer einfach erstmal kurz vorstellen, weil den kennt ihr, also wir kennen den auch.

Dominik

Ja, dann hallo Reimer.

Hallo.

Hallo.

Reimar

Ja, ich bin der Reimer Bauer und ich arbeite am Forschungsendum Jüdisch als Programmierer.

Reimar

Hab da aber als Chemielaborant angefangen und dann halt durch viele Fortbildungen meinen Traumberuf gefunden.

Reimar

Und ich hatte halt das Glück, zu einer Zeit anzufangen, als es quasi noch gar keine PCs in der Art, wie sie heute kennen, gab.

Reimar

Und dann im Labor haben sich so langsam so digitale Verfahren da einzug gefunden.

Reimar

Ich hatte aber schon zu Hause so das Hobby zum Programmieren.

Reimar

Und dadurch hatte ich so eine Chance, halt dann auch das dann da halt auch zur Wirkung bringen zu lassen.

Reimar

Und dann waren so die ersten Programme, waren so Komatografie-Programme zur Auswertung, die ich dann geschrieben habe.

Reimar

Und dann hat das hinterher einfach so viel Spaß gemacht, dass ich immer mehr so aus dem Laborbereich, so in den Bürobereich gewechselt bin.

Reimar

Ja, irgendwann ist das dann mein Beruf geworden.

Ja, sehr schön.

Jochen

Ja, voll gut.

Jochen

Und genau, ja, wir wollten es heute über Open Source und natürlich dann irgendwie im Kontext von Python unterhalten.

Jochen

Und wann war das denn bei dir, dass du irgendwie auf Python aufmerksam geworden bist oder dich in die Richtung orientiert hast.

Reimar

Ja, ich habe dann halt, also im Endeffekt ist das durch die Arbeit gekommen, dass wir uns überlegt haben, wir brauchten ein System, wo wir einfach dokumentieren können.

Reimar

Und ja, ich kannte da Open Source so in dem Sinne noch nicht ganz wirklich so.

Reimar

Wir haben zwar schon selber Sachen unter Open Source Lizenzen veröffentlicht, aber das war ja quasi nur so im Arbeitsumfeld.

Reimar

Und ich habe dann halt erstmal einen neuen Moin entdeckt.

Reimar

Und das war so einfach zu installieren und zu benutzen, dass wir das halt dann bei uns als Wissensdatenbank über viele Institute verteilt haben.

Dominik

Was hast du entdecken?

Nein, nein?

Moin, Moin.

Moin, moin.

Reimar

Wie so aus Ostfriesland.

Reimar

Da kennt man ja dieses Wort Moin.

Dominik

Ja, mit Moin, Moin bist du von Schwätzer, habe ich gehört, ja.

Reimar

Und da wissen wir genau, und das ist ja so in der Wiki-Web-World.

Reimar

Da braucht man immer solche Camel-Case-Namen, die man schön zusammenschreibt, damit dann daraus dann automatisch eine URL generiert werden kann.

Reimar

Ja, und dann hatte Jürgen Herrmanns, der das Projekt gegründet hat, der hatte nichts Besseres wahrscheinlich entdeckt, was er nehmen kann und hat dann diesen Namen dafür gewählt.

Dominik

Was ist das genau?

Dominik

Was ist auch das?

Reimar

Das ist ein Python-Projekt, wo du halt im Endeffekt dir, du kannst dir einen Webserver vorstellen, wo das drauf läuft.

Reimar

Und jede URL, die du ansprichst, die es nicht gibt, da bietest dir dann einen Dialog an, wie du dann so eine Seite erstellen kannst.

Reimar

Da kannst du dann ein Template benutzen, um die auszufüllen, kannst halt sehr schnell Informationen in einem Markup schreiben oder kannst Bilder einfügen.

Reimar

Also das kann man auch sich vielleicht so als ein ganz einfaches CMS vorstellen.

Reimar

Und ja, damit bin ich halt in Berührung gekommen in den Anfängen, als ich glaube, es war noch irgendwie Python 1 irgendwas.

Reimar

Und es war natürlich noch nicht gerade die Version, die man dann so gelernt hat, die vielleicht gerade aktuell war, sondern die Version, die dann dieses Projekt gebraucht hat.

Reimar

Und ja, dann ging das halt, war ich halt erstmal nur Nutzer und irgendwann habe ich dann Fragen gehabt, weil da fehlte was, was ich unbedingt haben wollte.

Reimar

Ich wollte nämlich Gant-Diagramme malen.

Reimar

Und habe dann gedacht, das kann ja eigentlich nicht so schwierig sein.

Reimar

Es gab ja schon andere so Parser, die das konnten, wo man dann so Gant-Sheets generieren konnte.

Reimar

Ja, und ich habe dann einfach gedacht, ich schreibe mal auf die Mailingliste.

Reimar

Ich hätte gerne ein Gant-Diagramm in neuem Neuen als Plugin.

Reimar

Und dann ist halt erstmal was sehr komisches passiert, was wahrscheinlich heute würde man vielleicht ganz anders, wenn man das vielleicht schon einfach einen anderen Einstieg hat, dann reagieren.

Reimar

Dann ist erstmal ja zurückgekommen, ja, das kannst du doch selber machen.

Reimar

Und ja, ich dann erstmal so, ja, aber ich kann nicht so gut Python, ja, das ist kein Problem.

Reimar

Das zeigen wir dir dann schon oder so.

Reimar

Ja, und dann war ich halt ein bisschen hartnäckig geblieben, habe das tatsächlich ausprobiert und hatte dann erstmal so einen Parser geschrieben und habe dann so ein Plugin geschrieben.

Reimar

Und das war dann so gesehen das erste Programm, was dann in neun Moin lief, was dann diese Sachen gemacht hat.

Reimar

Ja, und dann hatte ich irgendwann gespannt, solche Plugins zu schreiben.

Reimar

Und dann habe ich einfach ganz viele Plugins geschrieben.

Reimar

Und ja, dann haben wir uns, glaube ich, in Genf auf der EuroPython haben wir uns dann das erste Mal die anderen Entwickler kennengelernt.

Reimar

Also das ist halt auch das Schöne, dass man halt auf Konferenzen fahren kann.

Reimar

Und dann neben den Programmen, was dann läuft, wo man sich ja dann sehr günstig eigentlich auch fortbilden kann, dann auch noch die Leute trifft, mit denen man sonst nur geschrieben hat.

Reimar

Und dann war das ein ganz neues Erlebnis.

Reimar

Auf einmal hatten die Leute, die man eigentlich nur von Text in IAC kennt, ach ja, IAC ist auch eine sehr interessante Erfahrung gewesen, weil wir haben uns natürlich nicht in Deutsch unterhalten, sondern in Englisch.

Reimar

Das heißt, eigentlich hat jeder von uns noch Englisch erheblich verbessert, zumindest das Schriftenglische.

Reimar

Weil man halt verständlich halt mit Leuten auf der ganzen Welt halt irgendwie schreiben musste und sich da ja auch irgendwie verständlich machen musste.

Reimar

Und das war halt auch so was, was ich dann aus dieser Zeit mitgenommen habe, dass man sehr gut und sehr effizient halt alleine durch Text halt kommunizieren kann und dass man eigentlich damit schon sehr weit kommen kann.

Reimar

Und ja, das Interessante war dann halt, danach hatten auf einmal diese Textbausteine, die hatten auf einmal Stimmen.

Reimar

Das heißt, wenn Thomas oder Alexander was im IAC geschrieben haben, dann habe ich automatisch deren Stimme gehört und das war halt viel vertrauter nochmal.

Reimar

Ja, und das ist dann halt auch bei gewissen Weise, ja, sind wir dann über lange Zeit halt zusammen im Projekt gewesen und haben das halt dann, viele Sachen halt dann entwickelt.

Dominik

King spannend.

Dominik

Also du bist da auf jeden Fall auch schon einer der alten Hasen hier.

Jochen

Ja, ja, ja.

Jochen

Ich überlege, also als ich Moin Moin gehört habe, dachte ich auch so, oh super, da habe ich auch irgendwie, damit sind auch einige meiner ersten Python-Erinnerungen verknüpft, ehrlich gesagt.

Jochen

Und zwar, ich habe das damals kennengelernt, da war das halt so die Dokumentationsplattform irgendwie bei Web.de.

Jochen

Ich irgendwann 2001 angefangen habe zu arbeiten.

Jochen

Und ja, da hat auch Jürgen Hermannz hat da gearbeitet.

Jochen

Und hat das da wohl irgendwie quasi anempfohlen, als das kann man ganz gut dafür verwenden, um halt irgendwie sozusagen die internen Prozesse irgendwie zu dokumentieren und Dokumentation für die Software, die es da so gibt zu schreiben.

Jochen

Und ja, da habe ich das auch kennengelernt.

Jochen

Ich habe das dann irgendwann auf meiner privaten Webseite habe ich dann auch versucht, irgendwie so ein Wiki, habe ich dann Moin Moin installiert und dann das irgendwie da mit einzubauen.

Jochen

Das habe ich dann irgendwann wieder aufgegeben.

Dominik

Also wenn ich das richtig verstehe, also Moin Moin kenne ich jetzt nicht, das heißt, es ist tot, oder?

Dominik

Gibt es das tatsächlich noch?

Reimar

Ja, das gibt's noch.

Reimar

Und zwar ist auch das PSF-Wiki immer noch auf Moin Moin.

Dominik

Python Software Foundation, wir müssen das ja immer erklären, unsere Hörer die Frage.

Dominik

Python Software Foundation.

Dominik

Genau, Verbindung zu der Zähne haben, ja.

Reimar

Ja, und auch noch Apache-Surfer.

Reimar

Also es gibt noch eine ganze Menge davon.

Reimar

Und es ist halt auch schon vor langer Zeit ein Prozess gestartet, das mal komplett neu zu schreiben.

Reimar

Und da haben wir nicht erwartet, wie aufwendig das dann doch ist und wie viele andere Dinge man dann doch eigentlich auch noch machen möchte.

Reimar

Aber das ist halt auch jetzt aktuell, da sind immer noch Leute dabei, das ist halt so in eine viel neuere Version.

Reimar

Also die Idee war halt, wie würde man denn das Problem heute lösen?

Reimar

Also wenn man halt nicht erst auch noch die ganzen Bibliotheken schreiben muss, die es damals auch nicht gab.

Reimar

Das heißt, wir haben halt eine ganze Menge an zum Beispiel Templating-Engines oder Microservices, die wir jetzt einfach nutzen können oder auch JavaScript, Sachen, die man in Browsern einfach nutzen kann.

Reimar

Das gab es ja am Anfang so gesehen gar nicht.

Reimar

Da mussten wir halt quasi auch noch die Grundlagen schaffen, damit wir überhaupt diese Software schreiben konnten.

Jochen

Und aber seit wann ist das irgendwie schon, seid ihr dabei, das zu bauen?

Reimar

Also ich bin Moin, glaube ich, so 2003 oder so in Kontakt gekommen.

Reimar

Und ich glaube, ich weiß nicht, wir haben jetzt vor einigen Jahren, mindestens mehrere Jahre, also fünf Jahre oder also länger als fünf Jahre ist das schon im Refactoring.

Reimar

Und es ist aber auf GitHub und das sind auch jetzt halt einige Leute, die halt da noch Sachen machen.

Reimar

Ich bin selber nicht mehr so aktiv in dem Projekt.

Reimar

Das ist halt auch durch andere Arbeiten, die ich gemacht habe, bin ich da eher jetzt eher so Gast.

Reimar

Die schauen noch meine Issues an und aber ich habe nicht mehr die Zeit, da so viel dran zu machen.

Jochen

Ja, ich habe auch so ein bisschen das Gefühl, dass das so etwas aus der Mode gekommen ist.

Jochen

Ich weiß gar nicht so genau, woran das liegt.

Dominik

So Wikis generell?

Jochen

Ja, sie sind irgendwie Teil von größeren anderen Geschichten geworden.

Jochen

Also zum Beispiel, was ich immer sehe, was Firmen oft verwenden, ist dann eben sowas wie Confluence oder so, halt diese ganzen Atlassian-Produkte oder halt eben, dass man halt Markdown verwendet bei GitHub oder eben GitLab, wenn man irgendwie als Firma das selbst hosten möchte.

Jochen

Und das ist natürlich auch irgendwie sowas Wikimäßiges irgendwie, aber eher sozusagen in einem bestimmten Kontext dann halt, wo es nicht so sehr darum geht, neue Seiten einzulegen, sondern dass man halt Markdown-Syntax verwendet, um halt irgendwie einen Kommentar zu irgendwas ein bisschen besser aussehen zu lassen.

Jochen

Oder ja gut, wobei Confluence ist tatsächlich eher so ein Wiki, ne?

Reimar

Wir haben also so, wenn du Markdown ansprichst, da ist ja CodyMD, was ja auch Open Source ist, was ja auch sehr, oder Hack MD kennst du vielleicht unter dem Namen.

Da kannst du ja quasi auch Dokumente schreiben, da kannst du Veröffentlichungen drin schreiben, weil das ist ganz schön angekoppelt an Pandoc, wo du dann halt Latech daraus generieren kannst oder automatisch über LaTeX und das direkt wieder nach PDF übersetzen kannst.

Reimar

Und das ist unglaublich mächtig.

Reimar

Also in der Firma schreiben wir damit zum Beispiel, ich habe so ein IT-Newsletter und der wird da komplett drin geschrieben.

Reimar

Also da ist das halt das Schöne auch, dass man sich auch mal von dieser Welt brennen kann, solche Sachen mit Word oder anderen Tools halt schreiben zu müssen, weil man dann quasi im Netz mit einer Open Source Software dann einfach andere Inhalte produzieren kann.

Reimar

Und die dann halt auch unter einer Lizenz halt veröffentlichen kann, dass dann andere wieder was davon haben.

Dominik

Vielleicht ist das ein richtiger Zeitpunkt, mal kurz genau darauf einzugehen, was denn Open Source eigentlich überhaupt ist und was Open Source dann vielleicht so unterscheidet von so der klassischen Corporate-Entwicklung und warum wir das vielleicht unbedingt haben wollen oder brauchen und ja.

Reimar

Ja, du musst einfach mal ein bisschen früher anfangen.

Reimar

Also Open Source ist ja nicht nur Software in dem Sinne, sondern auch die Möglichkeit, sich einfach austauschen zu können.

Reimar

Also jeder von uns ist eigentlich gewohnt, dass wir in den Browser gehen, einen Satz nachschlagen, wie der geschrieben ist oder ob es eine Alternative dazu gibt oder mit einer bestimmten Fragestellung einfach an die Netzgemeinschaft heranzutreten, wie man ein bestimmtes Problem löst.

Reimar

Und man bekommt diese Lösung einfach geliefert.

Reimar

Das ist halt jetzt Open Source in Form von Kommunikation.

Reimar

Und das ist so ein Punkt, wie das ja eigentlich auch entstanden ist.

Reimar

Man ist eigentlich bereit zu teilen.

Reimar

Also die Leute, es gibt eigentlich, jeder, der etwas gibt, der nimmt natürlich auch etwas.

Reimar

Aber es ist halt meistens so, dass man durch das Netz streifen kann und jede Menge Wissen einsammeln kann und meistens viel mehr lernt als die eigentliche Fragestellung, die man zu dem Zeitpunkt hatte.

Reimar

Und in Software drückt sich das natürlich auch aus, dass ich natürlich meine Software ja auch jemandem zeigen möchte.

Reimar

Und wenn ich halt die Möglichkeit habe, das dann auf einer Plattform zu tun, wo ich ja auch dann sehe, dass das jemand auch nutzen kann, dann kann ich einfach mit einer Lizenz regeln, dass derjenige, der es nutzen möchte, keinerlei Probleme hat.

Reimar

Also im Softwarebereich brauchen wir halt eine Lizenz, um diese Art der Kommunikation für alle Seiten halt einfach abzusichern.

Reimar

Weil es halt andere Modelle gibt, die halt versuchen, halt Software zu vermarkten und dann halt die Rechte einschränken möchten.

Dominik

Obwohl ich das nicht ausschließen muss.

Dominik

Also bei den vielen Open Source Modellen ist ja auch Vermarktung durchaus möglich.

Dominik

Also dass die Menschen, die entwickeln, beispielsweise damit auch ihre Brötchen verdienen können, ohne dass jetzt die Software deswegen Closed Source wird.

Reimar

Ja, genau.

Reimar

Die Idee ist eigentlich auch, dass man sieht das zum Beispiel auch bei dem Big BlueButton-Projekt, das ich jetzt seit fast zehn Jahren kenne.

Reimar

Das ist halt auch so, dass die es halt geschafft haben, dass die Entwickler um dieses Projekt herum verschiedene Firmen gegründet haben oder in verschiedenen Firmen, die auch dann dieses Produkt nutzen können oder da Bedienste anbieten können, um halt diese Situation einfach aufzulösen, dass sie Vollzeit arbeiten können an diesem Produkt und gleichzeitig dann halt auch etwas abgeben können an andere, weil sie einfach das beste System halt als Open So

Reimar

urce Lösung halt auch anbieten können.

Reimar

Und das ist halt ein Multiplikator, den man einfach, wenn man das möchte, sich einfach in der Open Source Welt sehr leicht erreichen kann.

Reimar

Und man sieht auch bei vielen Open Source Projekten, wie viel, welche Power eine einzelne Person dann halt da entwickeln kann.

Reimar

Und wir haben, also wenn du zum Beispiel mal anschaust, hier OpenSSL, also das Entwicklerteam ist nicht sehr groß.

Reimar

Man würde erwarten, so in den Firmen gedenken Gedanken, wie Firmen solche Projekte angehen würden, da würden massig an Leute drin beschäftigt, es gäbe einen Projektplan und alles Mögliche.

Reimar

Und dann stellt sich heraus, wenn man es vergleicht, ist ein reines Open Source-Projekt sehr erfolgreich, weil eben jeder nachschauen kann, wie es funktioniert.

Reimar

Und dann kann man auch Vertrauen aufbauen.

Reimar

Und das ist halt ein Punkt, der vielen Firmen halt mittlerweile viel wichtiger ist oder auch den Nutzern, als es einfach nur kaufen zu können.

Jochen

Ja, ich meine, das war ja auch sicher einer der ersten Bereiche, in denen sich das so großflächig durchgesetzt hat, dass oder indem man halt gesagt hat, naja, wenn es nicht Open Source ist es halt kaputt, ne?

Jochen

Irgendwie Kryptographie-Sicherheit, da gab es das schon relativ früh.

Jochen

Inzwischen denke ich, ist also ein Großteil aller Infrastruktur-Software ja Open Source.

Jochen

Aber naja, ich denke immer da, wo halt sozusagen Firmen die Möglichkeit sehen, sozusagen irgendwie sich zu differenzieren oder halt über Eigenentwicklungen halt Mehrwert zu generieren, den sie gut monetarisieren können.

Jochen

Da ist halt immer der Anreiz, da proprietäre Geschichten zu bauen, halt doch sehr, sehr groß.

Jochen

Insofern frage ich mich manchmal, ob das wirklich so ein Siegeszug ist, den Open Source sozusagen angetreten hat durch die ganzen Layer hindurch oder ob es nicht eher so ist, dass halt, naja, der Bereich, wo halt Mehrwert generiert wird, bei Software halt sich verschiebt.

Jochen

Und dann die Bereiche, die uninteressant geworden sind, die sind ja halt jetzt alle Open Source.

Dominik

Naja, dann würde ich auch als uninteressant vielleicht gar nicht sagen.

Dominik

Du hast vielleicht was sehr Relevantes gesagt müssen.

Jochen

Nicht uninteressant im Sinne von technisch uninteressant oder im Sinne von unwichtig.

Nein, aber im Sinne von United.

Jochen

Aber im Sinne von, man kann halt nicht gut Geld damit angehen.

Dominik

Aber das ist ja was total spannend ist, weil genau diese Netzwerktechnologie, also diese Grundvoraussetzung für den Betrieb des ganzen Dings, eigentlich so eine ganz politische Sache ist, wo man ja auch sagen würde, die Grundversorgung der Bevölkerung mit originären Gütern, ja, wäre auch eine Staatsaufgabe eine originäre.

Dominik

Und so gesehen ist halt, dass die Community, die halt diese Infrastruktur schafft, auf der man dann aufsatteln kann.

Dominik

Was sehr schön ist, wenn das halt von allen gemeinsam irgendwie so in gewisser Weise auch, ich weiß nicht, ob Open Source so unbedingt demokratisch ist, aber so funktioniert.

Dominik

Also dass es halt zumindest dies together ist und dass die Partizipation möglich ist.

Jochen

Ja, wäre auf jeden Fall eine schöne, ich würde auch denken, dass es halt irgendwie eine, genau wie, wie ich weiß nicht, nicht, eben Straßenbau oder so, halt auch das vielleicht eine staatliche Aufgabe wäre, sicherzustellen, dass es halt eine Infrastruktur, gewisse Infrastruktur gibt, weil die ansonsten gar nicht so richtig entstehen würde oder halt super unterfinanziert ist, was man ja an vielen sehr, sehr wichtigen Infrastrukturprojekten, ja, wem eben hatten es kurz vorher schon von OpenSSL, dass da halt gar nicht so viele Leute dran arbeiten und dass es ja bei

Jochen

vielen anderen Infrastrukturprojekten auch so.

Jochen

Ich mich wundert, dass immer so an Pandas arbeiten nur ganz wenig Leute, dabei wird das so, ich meine, da wird das von diversen Hedgefonds, die halt Milliarden irgendwie damit in der Gegend rumschieben, wird das verwendet, oder fast von quasi allen.

Jochen

Und tatsächlich wird das dann halt aber von Leuten entwickelt, die das in ihrer Freizeit machen.

Jochen

Und das ist schon irgendwie bizarr.

Jochen

Oder man könnte auch sagen, das ist irgendwie relativ eindeutiges Marktversagen, weil irgendwie offenbar wird da sehr viel Mehrwert generiert, aber es gibt irgendwie keine Möglichkeit, wie der Markt dafür sorgt, dass das halt sich auch lohnt, sowas zu entwickeln, was halt komisch ist.

Jochen

Oder ein anderes Beispiel wäre sowas wie Django oder so auch ein Webframework, das halt irgendwie, von dem ich weiß, wo es überall verwendet wird oder häufig.

Jochen

Und es gibt viele Firmen, die das verwenden, die da auch drauf auch angewiesen sind und tatsächlich entwickeln das halt irgendwie eine Handvoll Leute so aus.

Dominik

Naja, aber da hat ja zum Beispiel ein großer Geldgeber von einen großen der Konzerne da Geld reingesteckt in die Django Software Foundation, wenn ich mir finde.

Doch, habe ich gar nicht.

Dominik

Ich weiß nicht, wann das war und wie lange das ist.

Dominik

Vielleicht erzähle ich jetzt auch wieder To Ketten Quatsch, aber ich dachte eigentlich, die werden hauptsächlich mitfinanziert jetzt über Instagram beispielsweise.

Jochen

Über Instagram.

Reimar

Ich kann dir ein anderes Beispiel geben, wenn du mal schaust.

Reimar

Anaconda zum Beispiel ist ja auch, das ist ja von Continuum.io.

Reimar

Und da ist das halt so, dass die hatten so ein Modell halt, dass man zum Bauen halt von Bibliotheken halt kostenfrei eine Linux-VM bekam.

Reimar

Und die anderen VMs, die hätte man bezahlen müssen.

Reimar

Und dann hat sich relativ schnell eine Open, ja eine GitHub-Community gebildet, nämlich Conda Forge.

Reimar

Die hat 2016, als wir dazukamen, waren da 700 Pakete drauf.

Reimar

Aber es waren halt so Pakete wie Qt und für Windows, für Mac und für Linux in der gleichen Version da.

Reimar

Und das hatte mich bewegt, dass unser Open Source-Projekt halt ein Conda Forge-Projekt wird.

Reimar

Mittlerweile sind da 9000 oder 10.000 Pakete wahrscheinlich mittlerweile drauf.

Reimar

Und alle anderen Pakete werden auch auf Conda Forge gebaut.

Reimar

Und Conda Forge hat jetzt halt, diese Community hat halt für dieses Service hat sie halt Namen Fokus als Sponsor.

Reimar

Das heißt, was uns halt durch diese Community gegeben wird, ist einfach die Möglichkeit, diese Ressourcen einfach nutzen zu können, die wir brauchen, um halt unseren und auch durch dieses Continuous Integration Prozess alle Pakete, die wir halt in unserem Stack haben, die dann voneinander abhängen, quasi ständig qualitativ zu verbessern.

Reimar

Ohne dass uns irgendwelche Kosten entstehen, zusätzliche Kosten.

Reimar

Also wir machen eigentlich nichts anderes, als die Sachen, wo wir vielleicht auch bezahlt für werden, an Software zu schreiben und nutzen dann aber einen Mechanismus in der Open Source Welt, weil wir Open Source Software haben, der das ganze System insgesamt weiterbringt.

Reimar

Und damit das geht, hat man so gesehen ein Backup, dass man halt quasi das nicht selber finanzieren muss.

Reimar

Das ist eigentlich ein sehr gutes Konzept.

Reimar

Also so kann man halt sehr viele Sachen anschieben.

Reimar

Und das Gleiche ist natürlich auch bei den ganzen Vereinen, die die ganzen Communities unterstützen.

Reimar

Ich mache das erste, als ich das erste Barcamp in 2010 ausgerichtet habe, da war das reichlich kompliziert.

Dominik

Du hast das Barcamp ausgerichtet in Köln, das haben wir noch gar nicht.

Dominik

Du bist tatsächlich der Organisator von dem Barcamp, von dem schönen Python-Barcamp, was es immer in Köln gebielt ist, ja, im Frühjahr.

Reimar

Ja, das ist das erste Camp, das wir gemacht hatten, das war einfach entstanden, weil wir wollten die JugendPython nach Köln holen.

Reimar

Und das hat nicht geklappt.

Reimar

Also man hat halt damals gesagt, in Deutschland gibt es ja eigentlich gar keine Veranstaltung, gar keine Python-Veranstaltung.

Reimar

Und dann trauen wir euch das ja quasi nicht zu, dass ihr dann eine Juro-Python oder so eine große Konferenz mit diesem Ansehen halt ausrichten könnt.

Reimar

Und das war halt so einer der Beweggründe, der dann dazu geführt hat von dem Komitee, was das entschieden hat, dass die Konferenz halt dann in das schöne Florenz gegangen ist.

Reimar

Und für uns war das halt so, wir haben ja auch sehr viele Anstrengungen da reingesteckt, halt hatten uns Überlegungen halt gehabt, wo wir das alles machen.

Reimar

Und das ist halt dann doch ein zinnlicher Tiefschlag gewesen, dass man sowas nach diesen ganzen Anstrengungen halt gar nicht bekommt.

Reimar

Und ja, um dann da wieder rauszukommen aus dem Loch, haben wir dann halt überlegt, was können wir denn selber als kleine Community machen.

Reimar

Und Christian Scholz war damals schon mit Barcamps unterwegs und sagte, ja, wir machen halt, lass uns doch mal einfach ein Barcamp machen, probieren wir mal aus.

Reimar

Und dann war er in Köln, war es so, okay, ganz neu für uns.

Reimar

Ja, wer würde da überhaupt hinkommen?

Reimar

Ja, dann haben wir halt durch die GVU Cyrus AG, durch den Peter Hecker halt den Kontakt gehabt, dass wir halt in der GFU Cyrus, also sein Schulungsgebäude in Köln, dass wir da Räume benutzen konnten.

Reimar

Ja, und dann haben wir gesagt, okay, an einem Samstag, wir haben gedacht, wir machen es mal nur einen Tag.

Reimar

Dann treffen wir uns da und machen halt so ein Ad-Hoc-Programm, dass wir uns halt überlegen, was wir erzählen müssen.

Reimar

Dann bewerten wir irgendwie, wer das alles hören möchte.

Reimar

Und ja, es waren 17 Leute gekommen und es hat eine so hohe Resonanz gegeben, dass sehr viele Leute gefordert haben, das muss zwei Tage sein.

Reimar

Und dann haben wir das halt zwei Tage künftig gemacht und es sind immer mehr Leute gekommen.

Reimar

Und ja, dieses Jahr hatten wir halt das Problem, dass wir uns nicht real treffen konnten und hatten das dann das erste Mal auch virtuell gemacht.

Reimar

Und auch da war es dann so, dass so viele Leute es unbedingt zwei Tage haben wollten, sodass es auch direkt zwei Tage waren, ohne dass man sich jetzt gesehen, also getroffen hat, gesehen haben wir uns ja schon, aber halt es haben halt einen Transit gemacht, so eine Veranstaltung mal vollständig digital durchzuführen.

Dominik

Alles im Big Blue-Button.

Dominik

Und Joch, du hättest auch fast eine Veranstaltung gesehen, habe ich mitbekommen.

Jochen

Ja, nee, ich war auch da, ich wollte auch da.

Jochen

Aber das ist halt echt schwer.

Jochen

Ich finde, das ist einer der Vorteile, wenn man irgendwie quasi zu irgendwie der Konferenz hinfährt oder so, dass man dann auch wirklich da ist, während man halt zu Hause ist, dann gibt es halt auch diverse Dinge, die einen dann noch ablenken können.

Dominik

Das hätte ich so kurz abgepasst, glaube ich, fünf Minuten, bevor so ein interessanter Talk war, wo ich dann auch da war.

Dominik

Und du sagtest, ja, ja, ich bin sofort da, zwei Minuten, düd-düdö.

Dominik

Und dann bin ich halt irgendwie so fünf Stunden später, wurde er nicht mehr gesehen.

Jochen

Ja, man ist einfach zugreifbar zu Hause.

Jochen

Das ist einfach, wenn man halt weg ist, dann kann da niemand einfach vorbeikommen und sagen, wir haben hier noch so ein anderes Problem, dass doch mal jemand klühren muss.

Ja, genau.

Du bist gefragt, ja.

Jochen

Ja, so ist es halt.

Reimar

Was ich aber eigentlich ausführen wollte, war halt, ja, aus dieser Zeit, das war halt so die Zeit, es gab wirklich keine Veranstaltung dieser Art, es gab keine Konferenzen.

Reimar

Und Mike Müller hatte dann 2011 die erste Python-Konferenz in Leipzig ausgerichtet.

Jochen

Ach, okay.

Reimar

Und in 2012 gab es dann noch eine.

Reimar

Und in 2012 hatte sich schon eine andere Bewegung, nämlich dass ein Verein, den es in Deutschland schon gab, die Deutsche Zoop User Group, die hatte sich halt überlegt, das ist jetzt so eine gewisse Nische, die wir eigentlich noch bedienen.

Reimar

Und Python hat einen sehr großen Zustrom.

Reimar

Eigentlich machen alle Vereinsmitglieder irgendwie schon mehr als nur Zoop.

Reimar

Und wir versuchen einfach den Verein in einen deutschen Python-Verein umzuwidmen.

Reimar

Und das ist dann auch gelungen.

Reimar

Das ist dann 2012, hat dann quasi der Verein sich umbenannt, die Satzung, das ist alles angepasst worden.

Reimar

Und wir hatten dadurch aber eine Möglichkeit, in Deutschland halt auch solche Konferenzen halt durch einen Träger halt ausrichten zu lassen.

Reimar

Was ja sehr viele Vorteile bedeutet, weil so ein Verein, der kann sich jetzt auf einmal um diese ganze Sponsoring-Einnahmen und solche Sachen kümmern.

Reimar

Und das ist ja, und da hatte halt übernimmt auch die Haftung und alle diese Sachen und das ist halt ein Riesenfortschritt.

Reimar

Und das hatte auch letztendlich dann dazu geführt, dass wir zunehmend mehr Konferenzen in Deutschland hatten.

Reimar

Und wenn man sich heute anschaut, was jetzt in Python-Welt Deutschland ist, wir hatten Python-Pizza gleichzeitig mit dem Python Camp.

Reimar

Wir hatten dieses Jahr schon Python Camp auch in Leipzig.

Reimar

Da konnte man sich noch real treffen.

Reimar

Es gibt PyCon.de, es gibt eine EuroPython, die auch gelegentlich, aber die auch schon mal in Deutschland stattfand.

Reimar

Es gibt eine PyConWeb, es gibt Django-Konferenzen.

Reimar

Also es ist eine sehr, sehr schön halt, wenn man in irgendeiner Stadt ist, findet man eine User-Gruppe mit irgendeiner Veranstaltung.

Reimar

Also das ist dermaßen aufgeblüht.

Reimar

Und das ist halt schön, wenn man so, dass man so vom Anfang an bis jetzt halt so ein bisschen erlebt hat.

Jochen

Ja.

Reimar

Das ist halt auch Open Source, ja, weil man halt das nicht in Rechnung stellt, sondern ehrenamtlich quasi auch diese Dinge machen kann und halt sich einbringen kann.

Reimar

Und das ist einfach, weil man halt einen rechtlichen Rahmen haben kann und ja, alle lernen dabei.

Reimar

Und das ist halt etwas, was man nicht mit einer Fortbildung so im klassischen Sinn überhaupt erfahren kann.

Jochen

Ja, ich weiß nicht.

Reimar

Die andere Welt siehst, da musst du ja auch sehen, die müssen sich ja eigentlich von der Open Source-Welt irgendwie abgrenzen.

Reimar

Das heißt, du brauchst irgendwelche Trainings, weil wenn du dir deine Mitarbeiter ja dann in so eine Open Source Community steckst, die haben ja auf einmal viel mehr Freiheiten.

Reimar

Das ist ja für dein Unternehmen eine sehr kritische Situation dann.

Reimar

Weil die kommen ja dann mit diesen Ansprüchen, die sie auf einmal irgendwo da kennengelernt haben, wo einfach alles geht.

Jochen

Man möchte, dass die Leute das Richtige lernen und nicht irgendwie.

Dominik

Ja, obwohl ich auch aus der Corporate-Perspektive sagen würde, dass das sehr viel Sinn macht, wenn man Leute so hodokratisch miteinander in Teams hat.

Dominik

Natürlich hat man ein anderes Ziel vielleicht.

Dominik

Und vielleicht ist es in einem Großkonzern nochmal so ein bisschen anders von Vorgaben von oben, als wenn jetzt die Entwickler selber entscheiden, was jetzt am besten entwickelt werden soll.

Dominik

Aber ich glaube, so prinzipiell ist diese moderne Art und Weise, glaube ich, sogar effektiver für vieles.

Jochen

Ist ja auch, wir müssen ja ein bösartigerweise fragen, ob Effektivität wirklich irgendwie sozusagen das ist, was mal gefordert ist.

Jochen

Oder ob nicht manche Leute irgendwie ganz gut davon leben, dass es eben nicht effektiv ist.

Dominik

Ja, wahrscheinlich, was du richtig.

Jochen

Ja, aber natürlich, ich meine, ich finde auch, es gibt dann, nicht alle Konferenzen sind ja Barcamps, aber Barcamps haben auf jeden Fall auch irgendwie sowas Open Source, äh, also so einen gewissen Open Source-Charakter, dass man da halt einfach mitmachen kann, dass es keinen sozusagen Prozess gibt, woher, wo die Vorträge vorher ausgewählt werden und dann, sondern dass man da halt einfach direkt mitmachen kann und so.

Jochen

Das ist, äh, da gibt es durchaus.

Dominik

Also das erste Barcamp, was ich mitgemacht habe bei euch in Köln, das war jetzt, weiß nicht, war das 2018, Anfang des Jahres.

Dominik

Da habe ich tatsächlich Jochen getroffen.

Jochen

Achso, das stimmt.

Jochen

Das kann sein, dass wir da getroffen haben, ja?

Dominik

Ja, tatsächlich.

Dominik

Das war ziemlich cool.

Dominik

Und da war ich ja noch ziemlich neu in Python.

Dominik

Da habe ich jetzt gerade ein Dreivierteljahr oder ein halbes Jahr irgendwie selber gemacht.

Dominik

Hab da unheimlich viel gelernt, unheimlich wenig verstanden und das hat sich halt im Laufe der Jahre jetzt schon geändert.

Dominik

Also es ist jetzt noch nicht so besonders lange, dass ich ja dabei bin.

Dominik

Aber es macht einfach unerglaublich Spaß und die Community macht echt Laune.

Dominik

Also das kann man echt nicht anders sagen.

Dominik

Also ich kannte Barcamp tatsächlich aus anderen Bereichen vorher, aber halt nicht aus Softwareentwicklung.

Dominik

Und das mit Software macht noch viel mehr Spaß.

Reimar

Das war auch so für mich so das Spannende, dass ich, nachdem ich quasi mit dieser neuen, neuen Community in Kontakt gekommen bin, dass quasi, das, ja, dann ist ja auch irgendwie unglaublich wissbegierig in so einer Phase halt.

Reimar

Aber die waren so hilfsbereit und das war so produktiv.

Reimar

Und ich habe dann irgendwann Commit-Rechte bekommen, dann war ich irgendwann Core-Developer, dann hatten wir Google Sam auf Code gemacht, haben halt dann Studenten betreut.

Reimar

Und ja, das war für mich halt auch jedes Mal halt immer wieder neue Erfahrungen sammeln.

Reimar

Und ja, immer war halt sehr positiv, das Ganze.

Reimar

Und das hat halt immer zunehmend mehr Spaß gemacht.

Reimar

Und deswegen, also ich vermisse jetzt nicht, dass ich halt jetzt nicht mehr ins Labor gehe und solche Sachen.

Reimar

Aber ich finde es sehr gut, dass ich diesen Background habe, weil wenn man dann halt mit Kollegen spricht, die halt noch immer halt dann auch Problemchen mit irgendwelchen IT-Sachen haben, kann man sich halt viel besser in die hineinversetzen und halt kann auch helfen.

Reimar

Also man ist einfach nicht so, man hat so einen Abstand, dass man einfach nur die Softwareseite kennt, sondern auch, warum macht man das eigentlich.

Reimar

Das mit dem Warum, das ist eigentlich immer der schwierige Teil.

Reimar

Also viele Themen sind einfach nur noch ausgerechnet, dass etwas gemacht wird, aber das warum und welchen Nutzen und das wird halt nicht mehr richtig transportiert.

Reimar

Und wenn man aber von der anderen Sache zur Seite zum Beispiel herangeht, dass man für sich den Anspruch hat, wenn man das halt so macht, dass man das auch jemand anderen erklären kann, dann hat man halt eigentlich schon einen Riesenvorteil, weil dann ist man eigentlich auch schon sehr leicht transportierbar, sich selber halt, oder die Entwicklung, die man hat, dass man die auch freigeben kann.

Reimar

Weil das macht ja keinen Sinn, erst Code zu schreiben, den man nur selber versteht und dann soll ja Open Source werden.

Reimar

Also das, der, der hat, es kann ja zwar Open Source sein, aber wenn den keiner versteht, ja, dann braucht man das eigentlich auch nicht zu tun.

Jochen

Ja, ja, wobei, ich weiß es nicht.

Jochen

Ich meine, es gibt ja da Projekte sehr unterschiedlicher, mit sehr unterschiedlichen Qualitätsstandards oder man sich das anguckt dann und da gibt es dann ja auch sehr unterschiedliche Enden von, wie Leute das sehen, ob das jetzt wichtig ist, dass das halt irgendwie sehr ordentlich ist oder nicht.

Jochen

Ich fand das fand das auch mal sehr interessant und man kann das ja im Grunde aus zwei Blickwinkeln betrachten.

Jochen

Entweder man legt halt sehr viel Wert auf die Code-Qualität, beziehungsweise halt darauf, dass das halt so einen gewissen eigenen, also dass er so einen gewissen Selbstzweck halt auch hat oder einen ästhetischen Wert für einen selber, wo man ja auch dann so einen gewissen Sinn drin sehen kann.

Jochen

Ich habe manchmal das Problem, dass ich mich zu sehr um die Seite kümmere.

Jochen

Und auf der anderen Seite kann man natürlich auch sagen, ah ja, also eigentlich ist der einzige Wert, der in der Software liegt, natürlich nur, dass das irgendein Nutzer halt irgendwie was bringt.

Dominik

Und wie das denn hinterher ausseht, vielleicht.

Jochen

Genau, wie man da hingekommen ist, ist eigentlich vollkommen egal.

Jochen

Aber dann hat man natürlich auch so gewisse andere Probleme.

Jochen

Und ich meine, es gibt für beide Seiten sehr erfolgreiche Beispiele.

Jochen

Es gibt halt Software, wo man sich denkt, so, wie konnte das jemals so populär und erfolgreich werden?

Jochen

Das ist ja irgendwie schon ein ziemlicher Schrott irgendwie eigentlich.

Jochen

Aber hat sich halt durchgesetzt, weil es halt irgendein sehr wichtiges User-Problem in Angriff genommen hat und darüber halt dann entsprechend große Community und Aufmerksamkeit bekommen hat und dann wurde das halt dann einfach immer weiterentwickelt.

Jochen

Und andere Sachen, die halt, aber es gibt das andere auch.

Jochen

Es gibt auch Dinge, die halt einfach so gut sind, dass sie halt dadurch eine Menge Leute binden und halt, ja, also man kann es gar nicht so genau sagen, glaube ich.

Jochen

Es gibt für beides irgendwie Beispiele, wie das funktioniert hat.

Dominik

Das ist so ein bisschen kultureller Städtebau.

Dominik

Manchmal muss man Sachen einreißen, auf den Ruinenneues bauen und dann irgendwo unter der neuen Stadt sind dann auch Ruinen und Kammern von alten Städten und einige Dinge werden auf dem Reisbrett irgendwie gemacht und sind dann auch, ja, die Qual ist halt, Qualitätsunter gibt es nicht, vielleicht ist eigenes Empfinden.

Dominik

Und die Frage ist halt auch, wie viele Nutzer machen das, wie viele Leute wollen da hin, wie viele Leute schauen sich das an.

Jochen

Wobei ich jetzt sage.

Reimar

Du hast aber auch die Situation, dass du erstmal vielleicht was geschrieben hast, von denen du selber sehr überzeugt bist und eigentlich nicht siehst, dass das für andere vielleicht nicht so wichtig ist.

Reimar

Oder dass die es einfach nur nicht finden.

Reimar

Das ist ja das nächste Problem.

Reimar

Und da sind halt so Plattformen, die halt das verteilen oder entsprechende Möglichkeiten halt das dann auch vorzustellen auf irgendwelchen Meetups oder Konferenzen, um halt auch ein Feedback zu bekommen von anderen, auch wenn die vielleicht nicht die einzelnen Nutzer sind.

Reimar

Aber du hast halt immer das Problem halt, letztendlich, du kannst super tolle Sachen schreiben, wenn du aber so gesehen vielleicht deine Idee einfach nicht im Mainstream ist, sondern schon darüber hinaus, ja, dann muss der Mainstream das ja erstmal einholen, bevor dir dann merkt, dass er das auch brauchen kann.

Reimar

Und für dich selber ist das natürlich total klar, weil du ja alle quasi auf dieser Welle sich irgendwo befinden, aber jeder, der mal oben ist, der wird auch wieder mal im Tal sein.

Reimar

Aber das kannst du halt mit deinem Blickwinkel, wo du jetzt gerade die Software geschrieben hast, gar nicht erstmal einschätzen.

Reimar

Als du als in der Zeit, als ich da angefangen habe, als die Sachen halt so, ich habe so ein Buch geschrieben und ich habe drei Bücher geschrieben halt insgesamt, wo ich dann Open Source-Bibliotheken beschrieben habe.

Reimar

Und das war zwar jetzt für eine proprietäre Programmiersprache, aber die Bibliotheks-Software-Teils, die sind von uns, die sind halt unter einer LGPL-Lizenz veröffentlicht worden.

Reimar

Und da ist auch einfach das Problem am Anfang entstanden, dass man ja gar nicht weiß, wer das darauf zugreift.

Reimar

Das ist in dem Moment einfacher geworden, als die Sachen dann mal auf einem Webserver standen, weil dann man auf einmal gesehen hat, um welche Programmpakete überhaupt darunter geladen worden sind.

Reimar

Und das ist ja auch nochmal was, was dich ja selber motiviert, wenn du auf einmal siehst, da sind Nutzer.

Reimar

Und das heißt, die kennst du gar nicht, die Nutzer, und das ist ja auch der Sinn von Open Source, dass du die gar nicht kennen musst.

Reimar

Sondern jeder kann das quasi sich so dann weiterentwickeln, wie er das braucht.

Reimar

Aber es ist halt schon mal beruhigend, dass man letztendlich diese Sachen ja nicht nur für sich gemacht hat, weil man sich ja auch viel Mühe gegeben hat, dass jemand anders die ja auch verarbeiten kann.

Reimar

Und das ist aber auch so insgesamt halt der Punkt.

Reimar

Also wenn du nicht schaffst, halt, dass deine Routinen irgendwo gesehen werden, dann kannst du das überhaupt nicht einschätzen, wo du dich selber befindest und ob diese Sachen, die du gemacht hast, auch eine Wertigkeit bekommen.

Jochen

Ja.

Dominik

Ich finde das sehr spannend, also aus dieser Perspektive raus so zu gucken, was man alles damit bauen könnte und wie die verschiedenen Perspektiven sind.

Dominik

Also ich glaube, also gerade die Entwicklung selber an Open-Source-Projekten, der fehlt vielleicht so ein bisschen das Funding, irgendwie auf der öffentlichen Aufmerksamkeit tatsächlich.

Dominik

Weil, also das Problem ist ja so ein bisschen, sollte man das kommerzialisieren?

Dominik

Kann man das kommerzialisieren?

Dominik

Muss man das kommerzialisieren?

Dominik

Wie macht man etwas daraus, dass es halt dauerhaft funktioniert?

Dominik

Weil man möchte ja eigentlich, dass diese Bewegung weiter wächst.

Dominik

Und das ist, also wenn man das jetzt nur den Menschen überlässt, die jetzt aus Enthusiasmus darangehen, ist das vielleicht schön, aber ich weiß nicht, ob das so zukunftsführend ist in allen Richtungen, ob man da vielleicht weiterkommen will.

Dominik

Muss die Gesellschaft vielleicht hingehen und sagen, hey, wir haben jetzt einen Topf, der wird ausgeschüttet, in diesem Land werden so und so viele Stellen von Open Source einfach mal so bezahlt oder ist das eher Quatsch?

Dominik

Was für meine Meinung ist?

Reimar

Ja, ich sehe eher anders, das ist schon längst passiert, weil die Firmen zunehmend mehr Interesse haben, die Software, die Sources weiterzuentwickeln und durch die verwendeten Lizenzen der Projekte haben sie kaum eine Möglichkeit oder nur ganz wenig Möglichkeit, den Code nicht wieder unter Lizenz, also der gleichen Lizenz dann zu veröffentlichen.

Reimar

Wir sehen das ja zum Beispiel eine der ersten Firmen war ja AVM, die ja auf Basis des Linux-Kernels die Fritzbox gebaut haben.

Reimar

Und die hatten ja sehr früh die Erfahrung gemacht, dass sie auf einmal ihre Code-Modifikationen am Linux-Kernel veröffentlichen mussten.

Reimar

Und die haben bestimmt nicht gedacht, zu dem Zeitpunkt, als sie das inkorporiert haben und daraus ihre Firma, dass das jemals passieren würde, dass jemand, also das ist meine persönliche Einschätzung, dass sie das gar nicht erwartet haben, dass mal irgendwann ein Gericht kommt und so diese freie Software, die da auf dem Markt ist, sie dazu zwingt, dann ihren Teil da zu veröffentlichen.

Reimar

Aber trotzdem sie das gemacht haben, sind sie immer noch Marktführer.

Reimar

Das heißt, die haben eigentlich gar keinen Verlust dadurch erfahren.

Reimar

Oder nicht den Verlust, den man sich als Maximal halt, dass es jetzt einen Konkurrenten gibt, der das alles kopiert und jetzt der Marktführer ist.

Reimar

Also das ist ja nicht der Fall.

Reimar

AVM ist immer noch halt top.

Reimar

Und das zeigt einfach, dass es immer noch einfacher ist, auf Open Source-Lösungen aufzubauen und das dann entsprechend halt dann für sich selber auch vermarkten zu können.

Dominik

Das heißt, das Know-how liegt gar nicht unbedingt im Source-Code auch.

Jochen

Nee, ja.

Ja.

Jochen

Würde ich auch nicht sagen.

Entschuldigung.

Jochen

Achso, nee, nee, ja, also würde ich auch so sehen, dass es nicht unbedingt im Source-Code liegt.

Jochen

Ich weiß nicht genau, ob das immer möglich ist, dass man halt irgendwie, also ich meine, wäre halt dann bei AVL auch die Frage, was ist deren Kerngeschäft eigentlich?

Jochen

Ist es halt sozusagen Software entwickeln oder ist es nicht vielleicht doch irgendwas anderes?

Jochen

Oder ist es halt irgendwie, wenn sie jetzt ein Betriebssystem verwenden müssen auf ihren Boxen, um halt da ein Webinterface haben zu können, damit irgendwie das Ganze mit dem Routing auch ordentlich funktioniert oder so, ist das eher eine Commodity?

Jochen

Also ich glaube, dass ihr eigentliches Geschäft gar nicht so sehr die Softwareentwicklung ist und insofern haben sie da kein Problem mit, wenn sie das irgendwie veröffentlichen.

Jochen

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es für andere Firmen durchaus ein Problem wäre, wenn sie ihren Kram, den sie eben kein Geschäft machen, halt veröffentlichen.

Also, es gibt

Reimar

aber auch, ja, es gibt ja ja auch Möglichkeiten.

Reimar

Zum Beispiel in Köln gibt es ja auch die IoT-Firma Pila.

Reimar

Die hat ja auch, also quasi ihre gesamte Bibliothek ist halt Open Source.

Reimar

Und die haben sich halt die Klasse als Namensrecht schützen lassen.

Reimar

Also das ist ja auch eine Möglichkeit, das dann halt das entsprechend so, sich abzusichern.

Reimar

Aber es ist ja gerade bei diesen ganzen IoT-Sachen, das ist ja eigentlich fast alles Open Source.

Reimar

Das heißt, ich schätze, du hast eher ein Problem, wenn du jetzt eine Firma gründen wolltest und würdest dann versuchen, ein proprietäres Produkt dann zu vermarkten.

Reimar

Ich glaube, da würde halt jeder erstmal nach Open-Source-Lösungen schauen.

Reimar

Das heißt, ich glaube in dem Bereich, da gibt es einfach so ein großes Angebot und da willst du ein Vertrauen aufbauen.

Reimar

Und das geht halt dann mit diesem Modell viel einfacher, als wenn du halt nur immer so Verträge hast, dass nur ganz bestimmte Leute vielleicht den Quellcode anschauen dürfen.

Dominik

Java hat zum Beispiel gerade das Lizenzmodell geändert, wenn ich das richtig sehe, oder?

Jochen

Ja, ja, ja, ja.

Jochen

Java hat da so ein Problem, ja.

Dominik

Die sind jetzt erst auf die Idee gekommen, zu sagen, hey, machen wir jetzt nicht mehr.

Dominik

Und viele Universitäten haben jetzt aus diesem Grunde Java, glaube ich, aus dem Lehrplan geschmissen.

Jochen

Ja, also ich meine, da sind noch jede Menge ungeklärte rechtliche Fragen, auch inwiefern kann man überhaupt sowas wie, weil es gibt natürlich auch freie Implementationen von Java, die man einfach verwenden könnte.

Jochen

Aber Oracle hat dann ja, beziehungsweise, ich weiß nicht, Shan hat das glaube ich vorher auch schon gemacht, sie halt die A-Pies versucht haben zu patentieren und unter Copyright zu stellen, weiß ich.

Jochen

Und dass er natürlich dann irgendwie, das ist aber glaube ich noch nicht geklärt, inwiefern das funktioniert.

Jochen

Weil wenn es irgendwann mal so wäre, gerichtlich bestätigt würde, dass man das halt kann, dann ist es natürlich vorbei.

Jochen

Irgendwie, ne?

Jochen

Dann ist, aber keine Ahnung, ob das gehen wird oder nicht.

Jochen

Ja, eigentlich sollte das natürlich nicht gehen, vielleicht, aber wer weiß, ja.

Jochen

Ja, aber das ist natürlich eine interessante Geschichte.

Jochen

Ich meine, einfach den Namen irgendwie markenrechtlich zu schützen, das ist natürlich auch eine witzige Idee, ja.

Jochen

Wobei ich jetzt gar nicht weiß, ob man diesen Firmenbezug braucht, um ein lebendiges Open-Source-Projekt zu haben.

Jochen

Weil ich meine, wenn man sich so anguckt, was sind die ältesten und erfolgreichsten oder die Projekte, die halt am langlebigsten unterwegs sind, dann sind das ja alles gar nicht unbedingt Projekte, bei denen irgendwie Firmen eine große Rolle spielen, sondern oft irgendwie Dinge, wo die, die halt eine lebendige Community haben.

Jochen

Ich glaube, für ein Open Source-Projekt ist so mit das Entscheidende, dass die Community funktioniert.

Jochen

Und wenn die, solange die funktioniert, ist alles gut.

Jochen

Und wenn die nicht mehr so richtig funktioniert, dann gibt es halt ein Problem.

Jochen

Selbst wenn da Firmen irgendwie Geld reinstecken, weil, naja, also ja, also es kann auch sein, dass es das gibt, aber wäre auch, wäre auch, stimmt, das wäre eigentlich direkt mal eine Frage.

Jochen

Was ist eigentlich sowas, wenn jetzt Firmen den Code veröffentlichen, aber das eigentlich ein Firmenprojekt ist?

Jochen

Nehmen wir zum Beispiel letztes, was ja momentan ein sehr wichtiger Bereich ist, irgendwie sowas wie React oder Angular, die ganzen JavaScript-Frameworks.

Jochen

Ist das Open Source oder nicht?

Dominik

Der Urheber kann sich das Lizenzmodell aussuchen.

Jochen

Ja, ja.

Reimar

Ja, es ist halt was, wo wir ein bisschen drauf achten müssen, ist, dass es halt eine echte Open Source Lizenz ist.

Reimar

Und dass es halt seit vielen Jahren gibt es ja die Open Source-Initiative, die auch die vielen verschiedenen Lizenztypen miteinander vergleicht und auch darauf Wert legt, dass dann nur bestimmte Lizenzmodelle auch als Open Source Lizenz, also Open Source-Defined Lizenz dann anerkannt werden.

Reimar

Weil es natürlich viele Firmen jetzt, also jetzt nicht die ihr jetzt gerade genannt habt, so als versuchen jetzt halt mit ihren Produkten dann quasi wie eine Open Source Lizenz zu wirken, aber es ist gar keine Lizenz in der Weise.

Aber spielt das noch da.

Reimar

Ja, das ist eine Rolle, spielt eine Rolle halt für die Open Source Community, vielleicht nicht für denjenigen mit der Firma oder dem Käufer oder dem Interessenten, aber wenn diese Lizenz, wenn halt die Freiheiten verloren gehen, die halt Open Source ausmachen, dann verliert halt die Gemeinschaft insgesamt.

Reimar

Also wenn du zum Beispiel nicht mehr das Recht hättest, den Quellcode weiterzugeben.

Jochen

Klar, das verstehe ich aber.

Reimar

Oder solche Sachen, ja.

Reimar

Und das ist halt, deswegen ist auch bei zum Beispiel bei Google Sam auf Code oder sowas, da können nur Projekte teilnehmen, deren Lizenz, die sie halt im Projekt verwenden, dann durch die OSD als bestätigt ist.

Reimar

Ja, aber.

Reimar

Durch die OSI als OSD bestätigt ist.

Jochen

Ja, aber ich würde ja jetzt, ich könnte jetzt sagen, also im Grunde, also Firmen haben vielleicht ja einen Weg gefunden, damit umzugehen, sozusagen dieses Lizenzding so zu wählen, dass das halt Open Source ist, dass alle damit einverstanden sind, aber trotzdem die Kontrolle nicht abzugeben.

Jochen

Also ich würde sagen, bei React oder auch eben bei Angular, ich weiß nicht, was es für andere, was gibt es noch alles für Projekte, bei denen das so ist.

Jochen

Da sind die entsprechenden Firmen, die das entwickeln haben, die komplette Kontrolle.

Jochen

Da ist überhaupt keine Community-Kontrolle.

Jochen

Aber die Lizenz ist Open Source, ganz klar.

Jochen

Nur es nützt halt nichts.

Reimar

Ja, aber das kannst du, das kannst du auch bei den ganzen Open-Source-Projekten genauso sagen.

Reimar

Es ist einfach so, dass wenn eine Gruppe quasi so auftritt, wie du das selber machen würdest mit so einem Projekt und die halt in der Firma jetzt angestellt sind oder in einer Firma, der ein Geldgeber dafür ist, dann ist das eigentlich nichts anderes wie jeder andere, der irgendwo bezahlt wird und Open Source Code schreibt.

Reimar

Der Punkt ist halt einfach der, das sehen wir auch bei verschiedensten Projekten, X11 hatte das hinter sich, OpenOffice hatte das hinter sich.

Reimar

Dass in dem Moment, wo das Maintaining nicht mehr funktioniert und der Maintainer so gesehen nicht mehr die Pull-Requests bearbeitet, die dann auflaufen und nicht mehr nachkommt, diese Arbeit zu leisten, die Sachen wieder zusammenzuführen, dann ist die Community eigentlich dann die treibende Kraft, die dann dafür sorgt, dass das Projekt dann einfach einen Fork bekommt.

Reimar

Also weil der Zwang halt, dass man das Bessere wieder braucht, ja, das heißt, man muss diese Sachen zusammenführen, der wird dann einfach so groß, dass zu dem Zeitpunkt dann dieses Splitting passiert.

Reimar

Und dieses, das steht auch diesen Firmen halt bevor, wenn die das halt entsprechend jetzt in 20 Jahren nicht mehr so maintainen, aber es ist immer noch gebraucht.

Jochen

Ja, aber ich würde eher sagen, das ist gar nicht so sehr eine Gefahr für die Firmen, sondern das ist eine Gefahr für Leute, die das verwenden draußen.

Jochen

Und zwar sehe ich die, also ich meine, das wäre dann, also das würde ich ja sagen, das ist ja eine Sache, die, dann würde das ja super ausgehen.

Jochen

Wenn irgendwie die Community, eine aktive Community Fork, das dann halt irgendwann über zwei Teile entwickelt, voll gut.

Jochen

Aber wenn jetzt der Großteil der Entwickler, die an so einem Projekt arbeiten, halt bei einer bestimmten Firma angestellt sind, dann gibt es ja eigentlich ja keine Community.

Jochen

Und das ist halt, wenn ich jetzt mich aber darauf verlasse, dass das halt irgendwie ein Projekt ist, was gepflegt wird und dann irgendwann verliert die Firma aber das Interesse oder hat andere Prioritäten, entwickelt das in eine Richtung, die ich gar nicht, die mir jetzt gar nicht so recht ist, dann habe ich halt sozusagen einfach verloren.

Jochen

Da kann ich auch gar nicht viel machen.

Reimar

Ja und nein.

Reimar

Dann sag mal, du hast verloren, weil du erstmal sagst, jetzt brauche ich eine Geldquelle und dann weil ich jemanden beschäftigen muss und der mit dem Code an der Stelle weiterentwickelt, den ich als Quellcode ja noch habe.

Reimar

Also der, du hast das ja der, das hast du ja sowieso immer.

Reimar

Du kannst auch jetzt bei jeder Open Source Software gucken, dass du jemanden findest, der deinen Fork der Version weiterentwickelt.

Reimar

Kannst du immer machen, also kann jede Firma sowieso machen.

Reimar

Das ist nur, dass du das eigentlich nicht willst.

Reimar

Du willst diesen Luxus, ja, dass jemand anderes das so macht, dass du es gebrauchen kannst.

Reimar

Und ja, die Angst kann ich so gesehen verstehen, aber das hast du, ich will nur sagen, das hast du sowieso immer.

Jochen

Aber habe ich dieses Problem nicht, also nehmen wir jetzt mal ein Open-Source-Projekt mit einer Community, die nicht von der Firma abhängig ist oder so, wie es, weiß ich nicht, zum Beispiel Postgres, da muss ich diese Angst nicht so sehr haben.

Jochen

Da kann ich, also kann ich mir schon relativ sicher sein, dass das halt auch in fünf oder zehn Jahren noch sozusagen sich in die Richtung weiterentwickelt, in die sich schon immer weiterentwickelt hat.

Jochen

Ich habe eben eben ja schon überlegt, ob ich ein Beispiel dafür finde, wo das schon schiefgegangen ist.

Jochen

Und tatsächlich wäre jetzt vielleicht mal ein Beispiel MySQL.

Jochen

Da ist es ja auch irgendwie schief gegangen.

Jochen

Das war irgendwie ein Open Source-Projekt von einer Firma und das ist irgendwie eigentlich so ein bisschen unglücklich alles gelaufen.

Jochen

Ich meine, klar, es gibt jetzt Maria.db und so und das ist auch alles, aber das war, das sind schon Dinge, wo man irgendwie so gewisse Schweißpahlen auf der Stirn bekommen konnte, wenn man jetzt darauf angewiesen war, dass das irgendwie alles weitergeht, denke ich mal.

Reimar

Ja, also ich glaube, der Hauptpunkt ist eigentlich, das ist immer eine Community-Frage.

Reimar

Aber was natürlich auch so ist, wenn du dir OwnCloud anschaust, da ist es ja genau anders gelaufen, wie es halt dem Enterprise-Unternehmen OwnCloud jemals vorgeschlägt ist, dass die Entwickler gesagt haben, das ist nicht mehr unser Produkt.

Reimar

Wir wollen eigentlich nur Open Source entwickeln.

Reimar

Und wir wollen gar nicht in diese Schleife reinkommen, dass wir erst irgendwas coden, was dann irgendeine Firma braucht und irgendwann später, veröffentlichen wir das dann.

Reimar

Und die haben dann ihr eigenes Projekt geforgt und es ist Nextcloud.

Reimar

Und das ist jetzt einfach alles Open Source.

Reimar

Also da könnte man jetzt halt auch sagen, okay, das ist jetzt halt diese Gruppe halt an Kernentwicklern.

Reimar

Aber was man ja auch bei solchen Projekten immer sehen muss, ist halt, wie viele Forks gibt es eigentlich davon.

Und jetzt, also wenn wir jetzt auf BigPooButton, das hatten wir vorhin schon mal angesprochen, das ist ja jetzt ein Projekt, was über zehn Jahre von Universitäten entwickelt worden ist, um halt diesen Kostenfallen von kommerziellen Softwarepaketen für Lehre halt zu entkommen halt aus.

Reimar

Das ist ein Videokonferenzsystem, also nicht so wie einfach nur, dass man Videobildschirm teilt, sondern auch halt Vorträge halt teilen kann und Chatsystem und ein Etherpad ist integriert.

Reimar

Und das ist halt einfach so, das hat über tausend Forks.

Reimar

Da sind verschiedene Firmen, sind die Hauptentwickler aus verschiedenen, also ziemlich weit über die Welt verteilt.

Reimar

Und da ist es einfach so, dass es einfach bedeutet, halt, natürlich hat man jetzt da ein Ökosystem auch geschaffen, damit die Entwickler ja auch irgendwie bezahlt werden können.

Reimar

Und natürlich gibt es da auch Firmen, die nicht ihren gesamten Quellcode, den sie da für sich halt entwickelt haben, dann direkt unter einer Open Source Lizenz stellen, weil die einfach für sich dann damit halt einen Markt entdeckt haben, wie sie dann halt Kunden gewinnen können.

Reimar

Aber trotzdem liefern die so viele Verbesserungen an dem Gesamtsystem, die wieder zusammenfließen, dass halt der gesamte Mehrwert halt einfach zu betrachten ist.

Reimar

Das sind halt alles so, und das kommt halt viel darauf an, wie die ganze Kommunikation abläuft.

Reimar

Halt, wie offen, das ist wie reaktionsschnell, die Leute sind halt, wie schnell so ein Fix da ist, wie schnell ein neues Release da ist und alles diese Sachen.

Reimar

Wenn das alles stimmig ist, dann hat man erstmal ja keine, sollte man sich erstmal nicht weniger eine Sorge um diese Art Projekte machen.

Reimar

Also ich sehe eher so, bei so Sachen, die von vornherein in Konkurrenz sind.

Reimar

Also da ist halt die Frage, welches bleibt eigentlich übrig?

Reimar

Also weil die ziehen sich ja quasi entweder selber die Entwickler ab oder halt, die haben so eine Art Wettrennen halt, was ja für, wenn die Leute in, wenn da Leute in beiden Projekten sind, ja für die eine, denke ich mal, nicht so günstige Situation ist.

Jochen

Ja, ja, keine Ahnung.

Jochen

Ja.

Jochen

Naja, ich weiß es nicht genau.

Jochen

Ich habe so manchmal das Gefühl, dass inzwischen Firmen immer besser verstehen, wie das Ganze funktioniert und halt dann auch Wege finden, wie sie halt ihr Geschäftsmodell absichern können, ohne jetzt darauf angewiesen zu sein, den Code-Proprietär zu halten.

Jochen

Ein weiteres Beispiel, denke ich, wäre sowas wie Android oder so, das ja auch Open Source, aber es nützt halt nichts, dass es Open Source ist.

Jochen

Wenn man jetzt quasi keinen Zugriff auf die Services hat, dann ist das Ganze nicht so viel wert.

Jochen

Ja, ich bin mal gespannt, wie sich das Ganze noch so entwickelt wird.

Reimar

Ja, das sind halt auch so viele Sachen.

Reimar

Da hat man halt bei der Entwicklung der GPL auch nicht dran gedacht, halt, dass es mal eine Rolle spielen konnte, weil man halt so in dem Sinne von den Surfern, wie wir sie heute kennen, das gab es halt nicht.

Reimar

Es sind halt heute viele Sachen, die sind halt erst durch die Afero-GPL abgesichert.

Also, ich weiß nicht.

Dominik

Einmal ist das deine Lieblingslizenz oder die welche Version LGPL 3 oder 2?

Dominik

Oder vielleicht kannst du das nochmal kurz erklären, was du meinst, was durch Softwarelizenz am wichtigsten wäre oder ist das eigentlich egal?

Reimar

Weil, ja, wenn man heute halt unter einer LGPL halt seinen Code veröffentlicht, dann halt dann hat man halt auch die Gewissheit, dass jemand, der quasi auf einer Surferplattform, wo der Code läuft, Änderungen macht, dass er die halt auch wieder veröffentlichen darf.

Reimar

Das heißt, wenn er den Code, wenn er dann irgendwas weitergibt, dann gibt er halt auch den Quellcode wieder weiter.

Reimar

Und das war halt so eine, im Gedankenmodell halt für die GPL, hatte man halt immer nur, man schreibt Code und gibt den dann weitergedacht, aber nicht halt an das Modell, was ist denn, wenn der Code quasi nur auf einem Surfer läuft und da immer weiterentwickelt wird.

Reimar

Und das war halt, dass man das dann wieder rausgeben muss, das war halt dann nicht so abgedeckt.

Reimar

Und man geht ja auch nicht automatisch in irgendwelche Konfrontationen, wenn man irgendwelche Dinge hat.

Reimar

Aber es ist halt so, dass heute die stärkste Copyleft-Lizenz ist halt die AGPL.

Reimar

Da hat man halt eine gute Chance, dass den Code, den man selber darunter gestellt hat, halt immer frei bleibt.

Reimar

Und es spielt natürlich noch eine Rolle, wie viele Entwickler dazu beigetragen haben.

Reimar

Weil bei einem Änderung des Lizenzmodells muss man ja irgendwie jeden fragen, der irgendwelche Teile dazugesteuert hat, ob er halt dieser Lizenzänderung zustimmt.

Reimar

Und das ist halt so in gewisser Weise der Garant, dass der Linux-Kernel quasi immer unter GPL bleiben wird.

Reimar

Man kann sich dann halt vielleicht, man kann dann halt schauen, welche andere Lizenz ist kompatibel mit der GPL, sodass man dann Code-Teile daraus in seinem eigenen Programm mit Zitat natürlich verwenden kann.

Reimar

Ja, und daraus entsteht aber auch genau dieses Problem, was Debian gelöst hat.

Reimar

Oder was für uns als Nutzer von Debian auch erstmal eine Überraschung war, als Debian hat ja irgendwann entschieden, dass nur noch freie Software in ihrer Distribution ist.

Reimar

Und das hat ja mal kurze Zeit dafür gesorgt, dass bestimmte Grafikkartentreiber nicht mehr funktionieren, oder Grafikkarten nicht funktionieren, was dann auf einigen der Notebooks dazu geführt hat, dass man auf einmal nicht mehr Debian nutzen konnte.

Reimar

Aber das hat sich ja alles geändert, weil jetzt ist das einfach programmiert, dass diese Sachen.

Reimar

Und es ist einfach Open Source.

Reimar

Da sieht man einfach die Power, die so ein großes Projekt hat und oder die man auch selber entwickeln kann, wenn man sein Softwarepaket jetzt nicht nur als Python-Projekt auf Pipey oder Conda oder sonst wo haben will, sondern das in den Debian-Distributionen reingekommen.

Reimar

Dann hat man halt nochmal eine andere Sichtbarkeit und hat auch andere nochmal andere Anwender, die dann auch wieder zur Code-Verbesserung beitragen.

Reimar

Und ja, insgesamt ist das natürlich, kannst du jetzt ein Unternehmen, wenn du jetzt Ubuntu anschaust, wo halt jemand quasi eine Distribution gebaut hat, der hatte ja auch mal die Idee, er macht ein anderes Lizenzmodell, sodass quasi jeder seine Software erstmal an quasi das Ubuntu-Projekt halt lizenziert und dann wird es zurücklizenziert.

Reimar

Aber das hat ja nicht funktioniert, weil die Leute das einfach nicht mitgemacht haben.

Reimar

Ja, und das heißt, du hast, das ist halt immer eine Community-Frage.

Reimar

Solange du einen einzelnen Entwickler bist, dann hast du nun die Möglichkeit, selber Community aufzubauen.

Reimar

Also jetzt, ich habe 2016 ein Softwareprojekt übernommen, wo man auch sagen kann, okay, die meisten der Entwickler, die sitzen jetzt in Jülich, aber es ist halt auch so, es wird international eingesetzt, sodass wir auch einfach Entwickler halt überall da haben, wo die Software eingesetzt wird.

Reimar

Und da das ist halt dann auch so, dass du halt in dieser Art Community hast, halt haben wir den vollen Einschlag, dass halt alle Messkampagnen jetzt mit dieser Software gemacht werden, die komplett Open Source ist.

Reimar

Aber es hat halt auch viele Anstrengungen gekostet, die aus einem Unternehmen rauszulösen als Open Source.

Reimar

Und sie dann halt, und aus dieser Erfahrung, die wir da gemacht haben, habe ich halt auch entschieden, dass wir immer auf externen Surfern die Software haben.

Reimar

Also auf Bitbucket, GitHub oder sonst was.

Reimar

Weil einfach, das ist einfach ein Riesenaufwand, das mal rauszubekommen.

Reimar

Und jetzt aber, wo halt viele Firmen einfach auch viel offener damit umgehen, ist einfach mein einfachstes Beispiel, ist halt so, ja, wenn das Open Source ist, dann mache ich einen Fork mit meiner privaten Adresse.

Reimar

Ja, entweder, damit ist das ganz einfach geklärt, ja.

Reimar

Wenn das Open Source ist, darf ich das nämlich.

Reimar

Und wenn derjenige das nicht will, dann muss er halt sich überlegen, dass er nicht eine Open Source Lizenz nimmt.

Reimar

Und danach ist das Produkt halt frei.

Reimar

Sobald du das forken kannst und hast halt die Möglichkeit, Community aufzubauen oder die Tools auch irgendwo zu zeigen, dann spielt ja nur noch eine Rolle, wird das gebraucht oder nicht.

Reimar

Und das ist

Jochen

ja also ich meine, ich würde ja auch sagen, es ist eigentlich super alles, aber ich habe immer so ich weiß auch nicht, ob das als Entwicklungsmodell immer so toll funktioniert.

Jochen

Ich meine, wenn man jetzt zum Beispiel eben, Debian ist auch so ein Stichwort, wenn man sich das anguckt, ist halt die Frage, wie man das werten möchte.

Jochen

Ist das halt ein großer Erfolg?

Jochen

In gewisser Weise sicher ja.

Jochen

Aber auf der anderen Seite hat es halt wirklich funktioniert, ist halt so eine andere Frage, wenn man sich jetzt beispielsweise anschaut, wohin geht eigentlich die Entwicklerzeit oder wo für welche Plattformen entwickeln, Leute.

Jochen

Und da hat, das ist jetzt auch schon alles lange her, keine Ahnung, wenn ich das gelesen habe.

Jochen

Ich habe Ingo Mollner hat sich das irgendwann mal angeguckt, irgendwie Anzahl der Pakete bei Debian oder so.

Jochen

Und das ging halt irgendwie so bis 10.000 ungefähr rauf und dann hat sich da nicht mehr viel getan.

Jochen

Während die Anzahl der Applikationen jetzt in den App-Stores oder so ist halt irgendwie weit jenseits davon.

Jochen

Also in ganz andere Regionen.

Jochen

Und da konzentriert sich halt auch ein Hauptteil der Entwicklerzeit irgendwie einfach, weil das halt da möglich ist, den Aufwand auch irgendwie zu monetarisieren.

Jochen

Das heißt ja, würde ich sagen, schön, dass das alles geht und möglich ist, aber die Frage ist, wenn halt die meisten Entwickler ihre Zeit woanders verbringen.

Jochen

Wie fern.

Reimar

Das ist halt der Punkt der Welle, ja.

Reimar

Das ist ja keine Gerade, sondern man muss das einfach als diese ganze Entwicklung, ja, ist, vielleicht ist es auch keine Welle.

Reimar

Ich sage manchmal auch, das ist so eigentlich wie im Schach, diese Springerfigur.

Reimar

Du kannst entweder erst zur Seite nach vorne oder erst nach vorne und zur Seite.

Reimar

Das ist ja dann auch im Prinzip symbolisch halt wie so eine Welle.

Reimar

Aber du kannst auch zurück, das kann halt auch passieren.

Reimar

Aber das ist halt auch letztendlich so, man sieht das ja auch zum Beispiel jetzt an der ganzen Wiki-Welt, die wir hatten halt.

Reimar

Damals war das die einzige Möglichkeit, wie man halt Seiten erstellen kann als Benutzer, die es halt im Web noch nicht gab.

Reimar

Heute gibt es einfach sehr, sehr viele Tools und das ist nicht mehr, man kriegt, also die Entwickler rennen einem da einfach nicht mehr die Türen ein, um so eine Software halt noch zu schreiben.

Reimar

Und das war halt vor 10 Jahren, 15 Jahren war das einfach anders.

Reimar

Da war das die einzige Möglichkeit, wie man solche Sachen machen konnte.

Reimar

Und dann kamen halt andere Plattformen raus und dann, oder viele gingen mit Git und Mercurial und so auf einmal ja prinzipiell auch schon in eine andere Richtung, wo man halt einfach, es gab dann auch schon einfache Surferskripte, die einfach auf einem Repository gelaufen sind, wo man einfach dann ein Commit gemacht hat, wenn man eine neue Seite gemacht hat man hat einfach neue Wege gefunden, die für einen halt in dem Entwicklungsstand, wo man waren, einfach dann eine Bedeutung hatten, weil die ent

Reimar

weder schneller waren, einfacher waren, weniger Zeit gekostet haben.

Reimar

Und das ist halt wie bei allen Sachen auch, die wir überall sonst auch haben, verschwinden ja die Sachen nicht.

Ja, du hast eigentlich immer zu einem gewissen Prozentsatz alle alten Sachen auch noch.

Jochen

Ja, aber reicht das, wenn sie nicht verschwinden?

Jochen

Aber ich meine, möglicherweise werden sie halt so marginalisiert, dass es halt irgendwann völlig in Vergessenheit geraten.

Jochen

Also ich meine, auch dieses, wohin das eventuell sich entwickelt hat, also früher haben Leute deutlich mehr eigene Webseiten betrieben oder eben Wikis oder Blogs oder sonst wie Dinge in der Richtung, was natürlich irgendwie ein gewisses technisches, äh, ja, technische Fähigkeiten in gewisse Weise voraussetzt und so, das haben natürlich nicht alle.

Jochen

Und wo passiert das heute?

Jochen

Und ich meine, alle anderen müssen da auch dann hin, weil da halt dann sozusagen die Aufmerksamkeit ist, dass halt heute die großen Social Network Seiten, da ist halt das alles, was halt früher vielleicht irgendwo in einem Wiki war oder in einem Blog.

Jochen

Nur das ist halt, und natürlich irgendwie auf Facebook oder so, das basiert ja zum großen Teil, aber das ist ja alles Open Source, aber ja, irgendwie wieder

Reimar

so, ja, also was wir jetzt da halt sehen, ist halt auch, dass man wieder eine andere Art Plattformmodell halt schafft.

Reimar

Also es ist ja nicht nur das, das sind ja auch diese großen Online-Kaufhäuser, die ja dann auch quasi durch eine Plattformstrategie dann einfach andere Märkte sich erschließen können, weil sie einfach sehr auf den Kunden zentriert sein können.

Reimar

Und ja, durch die Möglichkeiten oder durch den Ausdruck, dass Zeit halt sehr teuer ist, hat halt jeder das Bedürfnis, halt möglichst wenig Zeit zu verbringen.

Reimar

Das heißt, das ist auch nochmal eine Bewegung, die einfach dazu streht, wenn du das im Internet machen kannst, dann machst du das im Internet.

Reimar

Das wird halt sich noch fortsetzen.

Reimar

Das wird halt für viele Geschäfte noch ein größeres Problem sein.

Reimar

Und das wird jetzt auch nochmal extrem verstärkt durch unsere Situation aktuell.

Reimar

Das ist aber einfach, dass halt Geschäftsmodelle auf Basis des Internets werden immer noch neue dazukommen, und zwar viele.

Reimar

Und da wird es dann auch wieder eine Weiterentwicklung geben, die es vielleicht jetzt schon gibt, die wir aber einfach nicht kennen.

Reimar

Und das ist halt, ja, heute versuchen halt im Prinzip, auch die Browser bewegen sich ja in diese Richtung.

Reimar

Das ist ja heute ja quasi ein Betriebssystem, so ein Browser.

Reimar

Oder kann das sein?

Reimar

Und das ist beiher früher nicht, ja.

Reimar

Also ich man sieht das ja jetzt schon an den ganzen Anwendungen.

Reimar

Wenn man zum Beispiel gibt es Sachen, wo du quasi ganze Maschinen im Browser erstellen kannst.

Reimar

Oder zumindest darauf zugreifen kannst.

Reimar

Aber du das ist quasi, du brauchst keine zusätzliche Applikation mehr, sondern nur etwas, was quasi im Browser läuft.

Dominik

Ja, schon vorher, das ist halt ein.

Jochen

Ja, könnte man jetzt schon machen eigentlich, ja.

Reimar

Ja, und da wird sich einfach, das wird da halt die, du kannst halt, du siehst ja auch, wie die anderen Firmen dann reagieren.

Reimar

Ja, Google hatte damit angefangen mit den Office-Paketen, die quasi nur im Browser waren, ins ganze Storage, das ist ja eines der Kerngeschäfte von Google.

Reimar

Ja und Microsoft sieht das jetzt nach.

Reimar

Microsoft hat erkannt, dass man ihr Modell Software-Miete in mehr Print, als jetzt halt noch diese Lizenzen zu verkaufen, weil sie dadurch natürlich dann auch die ganzen Daten ihrer User nicht in der Google Cloud haben.

Dominik

Ja, also der Microsoft-Chef, der hat irgendwie jetzt gesagt, dass er irgendwie völlig falsch eingeschickt hat, wie wichtig Open Source ist, dass ja auch der Bild nochmal irgendwie wiederholt oder so.

Jochen

Ja, ja, ja.

Jochen

Ich erinnere mich da ja auch noch dran, also Ende der 90er und so, das war halt so, war halt Microsoft das Evil Empire und Balmer damals sagte irgendwie so Dinge wie Open Source ist Krebs und wir müssen es bekämpfen und ganz furchtbar.

Jochen

Und ja, inzwischen hat sich das ganz schön geändert.

Jochen

Also Microsoft ist da, oh, das, äh, genau, ich meine, das wäre auch noch so ein, das sind alle noch mal eigene Themen eigentlich.

Jochen

Microsoft kauft da ja, wie es viel Infrastruktur gerade auch ein.

Jochen

Und tatsächlich muss man, das hätte ich auch nie gedacht, dass ich jetzt mal sagen würde, aber froh sein, dass Microsoft das macht und nicht irgendwie mal anders.

Jochen

Tatsächlich irgendwie Microsoft hat GitHub gekauft.

Jochen

Jetzt letztens hat Microsoft NPR angekauft.

Jochen

Ja, sie betreiben wahrscheinlich einen der meistverwendeten oder entwickeln einen der meistverwendeten Editoren.

Dominik

Ist halt alles jetzt auf Elektron irgendwie Basis irgendwie und dann wird er viel RAM gebraucht, aber wahrscheinlich kann man mit dem ja auch eh bald rumschmeißen.

Reimar

Ja, aber du siehst halt auch die Azure, ja, das läuft auch halt auf Linux-Basis.

Dominik

Oder gerade von Linux-Reden, der Linux Torwald hat heute von Intel oder gestern von Intel zur AMD gewechselt, wenn ich das mitbekommen habe.

Ja.

Dominik

Das nur so als kleiner Funfake am Rande.

Dominik

Ja, ich finde das sehr spannend, dass ihr alles über Open Source erzählt, aber ich wollte nochmal den Reimer fragen.

Dominik

Du hast sehr vieles auch von Google Tummer of Code erzählt und du bist da Mentor, habe ich jetzt rausgehört.

Dominik

Vielleicht kannst du darüber noch ein bisschen einen kleinen Einspringen.

Reimar

Ja, das ist ein 1994.

Ja, irgendwie so hat Google halt das machen.

Reimar

15 Jahren müsste das her sein.

Dominik

Alter Wissler.

Reimar

Das hat Google erkannt, dass halt nützlich ist, wenn Studenten schon sehr früh halt mit Open Source in Berührung kommen.

Reimar

Weil das halt auch eine Möglichkeit ist, halt eine ganz andere Kulturerfahrung zu machen, auch halt was das Arbeitsleben angeht.

Reimar

Weil wir kennen das ja bei uns eigentlich fast immer, oder jetzt vor der Corona-Zeit eigentlich eher so.

Reimar

Man fährt in eine Firma und hat eine Arbeitsgruppe und trifft sich mit der und arbeitet dann zusammen.

Reimar

Und also Google Sammer of Code funktioniert halt anders.

Reimar

Und zwar kann man seinen Studenten, der dann von Google bezahlt wird, eigentlich gar nicht sehen.

Reimar

Das heißt, man kann nur mit Remote mit ihm zusammenarbeiten.

Reimar

Und das ist ja was, was in den Open-Source-Projekten ja sowieso so gelebt wird, dass in der Regel halt häufig die ernsten Entwickler einfach tausende Kilometer auseinandersetzen und man andere Kommunikationswege braucht.

Reimar

Und bei Google Summer of Quote ist das einfach so, dass es eine Bewerbungsphase für Open Source-Projekte gibt und die dann halt auch Aufgaben definieren oder Ideen definieren, die so ungefähr drei Monate Vollzeitarbeit im Sommersemesterferien halt realisierbar sind.

Reimar

Und die Studenten schreiben dazu ein Proposal und dann, wenn man mit dem Studenten und dem Proposal klarkommt, dann bekommt man, ja, dann meldet man halt in diesem Auswahlverfahren, dass man eine bestimmte Anzahl an Studenten Mentoren könnte.

Reimar

Und Google überlegt sich dann für jedes Projekt oder insgesamt für die Projekte, wie viele Studenten sie dann finanzieren wollen.

Reimar

Und das sind halt so die Finanzierung, die ist so ein bisschen nach dem Prinzip geregelt, wie viel das Geld auch neben dem jeweiligen Land wert ist.

Reimar

Und in Deutschland würde so ein Student halt 5000 Euro für so knapp drei Monate Programmierarbeit bekommen.

Reimar

Und ja, die Idee ist einfach, das funktioniert halt deswegen, weil wenn das ja Open Source ist, dann kann das ja finanziert werden.

Reimar

Und es spielt aber da ja auch keine Rolle, weil man halt so eine Qualitätssicherung haben möchte oder für diese Projekte, dass egal wer den Code nochmal anschaut.

Reimar

Also dieses Modell ist halt sehr gut überlegt und das passt halt ganz gut in die Open Source Welt, weil die Projekte auf einmal neue Leute bekommen, die sich dann auch vielleicht unabhängig von Google Sam auf Code für das Projekt weiter interessieren.

Reimar

Und dann aber auch gleichzeitig lernen Studenten halt in solchen Projekten zu arbeiten und sammeln in solchen Projekten halt Erfahrungen, die sie dann vielleicht später halt bei anderen Projekten auch einsetzen können.

Reimar

Ja, und das ist halt was, was glaube ich 2007 oder 2008 oder so, weiß ich gar nicht mehr, habe ich das, glaube ich, das erste Mal gemacht.

Reimar

Da haben wir das für eine halt gemacht.

Reimar

Und jetzt mache ich das jetzt für mein Projekt halt jetzt das zweite Jahr, dass ich Mentor.

Reimar

Und das bedeutet halt, dass man Studenten hat, die halt sich qualifiziert haben, halt auch schon vielleicht, dass sie halt einfach in das Projekt, in der Bewerbungsphase einfach schon mal sich Bugfixes überlegt haben und dann die committed haben und dann halt ein gutes Proposal geschrieben haben und dann kann man die halt auswählen.

Reimar

Und ja, die arbeiten jetzt, das fängt jetzt an, die Coding-Phase fängt jetzt am 1.

Reimar

Juni an.

Reimar

Und dann gibt es halt mehrere Evaluationen.

Reimar

Das heißt, es ist nicht einfach so, ja, man hat jetzt einen Studenten, der bekommt jetzt Geld von Google und das war's.

Reimar

Nein, also es ist halt so, dann mussten regelmäßigen Abstunden gibt es halt so eine Evaluation und wo man halt dann seine gegenseitige Arbeit auch bewerten muss.

Reimar

Also der Student bewertet den Mentor und der Mentor den Studenten und ja, dann kann man den halt parsen.

Reimar

Das heißt halt, der bekommt dann Geld von Google oder wenn es nicht funktioniert, kann man halt auch dann sehr frühzeitig aussteigen.

Dominik

Du hast, welcher Herrenländer hast du jetzt deine Menschen, die du da bekommen hast, schon gesehen?

Dominik

Wie viele Frauen gibt es da bei den Menschen, die sich bewerben auf dein Projekte, auf eure Projekte?

Dominik

Und ja, das fand ich natürlich auch mal so interessant auch sehr, was da so kommt, wer sich bei Google gerne bewegen müsste.

Reimar

Also wir haben jetzt, wir hatten jetzt halt durch die Corona-Situation das Problem, dass quasi in dem Auswahlverfahren Google halt die Regeln ein bisschen geändert hat.

Reimar

Und ich finde das auch im Nachhinein richtig halt, aber es ist halt dann im ersten Moment, wo du halt sehr viele Studenten hast, die sich halt da an dem Bühnen, finde ich das halt schon dann quasi in dem Prozess halt ziemlich unglücklich halt.

Reimar

Und was wir zum Beispiel hatten, war auf einmal, dass wir drei Mentoren pro Studenten stellen müssen.

Reimar

Und das hat einfach zur Konsequenz, dass wir nur zwei nehmen können.

Reimar

Das ist halt schade.

Reimar

Und das ist halt, während man sonst halt außerhalb von Corona ja einfach auch überlegen könnte, okay, man könnte vielleicht mehrere Parallelen machen, aber wenn man so eine harte Grenze hat, dann ist das einfach schwierig.

Reimar

Ja, und zu der Frage zu Frauen, wir hatten mehrere Frauen, die sich in dem Projekt beworben haben.

Reimar

Aber es hat halt nicht, und wir hätten eigentlich auch, wenn wir mehr genommen hätten, mehr nehmen können und wir haben uns halt so entschieden, wie wir uns entschieden haben.

Dominik

Okay, also mich hat natürlich interessiert, wieso der Anteil mittlerweile ist, weil es natürlich so ein bisschen das Problem generell der Szene ist, Frauen irgendwie zu begeistern für Programmieren und Technik und das irgendwie schön wäre, wenn das so ein bisschen paritätischer würde im Laufe der Zeit.

Dominik

Und deswegen hatte mich einfach interessiert, weil Google ja immer so, ne, der Steining Schar am Horizont ist, der Shining Star, dass er tatsächlich vielleicht auch am meisten Mädchen anzieht.

Dominik

Und deswegen hatte mich tatsächlich interessiert, wieso die Quote bei dir, bei euch war, irgendwie auch das Projekt von den Bewerbungen.

Dominik

Also man sieht, dass man so einen Fortschritt erkennen kann.

Dominik

Also wir sind jetzt ja auch alle Jungs und wir hatten auch leider noch keinen weiblichen Gast hier im Podcast, obwohl ich es mal versuche, aber es ist nicht gar nicht so einfach.

Reimar

Ja, also wir hatten also mehrere und das ist halt, das Problem ist halt, also ich habe jetzt dieses Jahr zum Beispiel auch gerade durch diese Problematik halt mit diesem Covid-19, habe ich in der Form mal ganz andere Aufgaben, als ich überhaupt gedacht hätte.

Reimar

Und dann kommen noch Homeoffice dazu und dann sind das war für mich einfach schon sehr schwierig überhaupt, als dann die Situation kam, wir müssen jetzt auch noch drei Mentoren stellen.

Reimar

Und dann ist in der ganz gesamten Python-Community die Anzahl der Mentoren dieses Jahr so niedrig wie noch nie.

Reimar

Also alle haben Probleme einfach mit der Situation.

Reimar

Und da kannst du halt nicht dann noch sagen, okay, dass das jetzt eine gute Entscheidung ist, dann mehr zu betreuen.

Reimar

Das geht einfach nicht.

Reimar

Das muss man einfach selber akzeptieren.

Reimar

Und dann haben wir halt nach dem Prinzip, nach dem Release-Plan des Projektes entschieden.

Reimar

Das ist ja auch ein Legitim, dass man halt die Sachen halt, die man so erst später braucht, erst später dann auch vielleicht entwickelt.

Reimar

Also müssen halt auch schauen, wie die Leute, die noch Mentoren wollen und können, wie das dann zusammenpasst.

Reimar

Und dann kann man halt nicht, dieses Problem hatten alle dieses Jahr.

Reimar

Und daher ist das halt, dass dieses Jahr ein richtiger Einbruch, während eigentlich immer die Projekte oder die Python-Projekte angestiegen sind, haben wir halt dieses Mal ziemlich eine sehr niedrige Quote.

Dominik

Ja, hoffentlich wird das bald wieder betrachten.

Jochen

Ja, aber ich denke auch, das ist halt eigentlich schon ein relativ wichtiger Punkt.

Jochen

Aber das ist halt auch die Frage, was man halt sozusagen als Kern von so einem Projekt sieht oder was man als wichtig betrachtet.

Ich finde das bei Django ganz interessant, weil die ja da sehr viel Wert legen auf irgendwie diese Diversity Geschichte.

Jochen

Ja, einfach deswegen, weil sie halt, also die Argumentation ist ungefähr so, dass halt eben das Entscheidende für ein Projekt langfristig ist, ob die Community funktioniert oder nicht.

Jochen

Und ob das klappt oder nicht, hängt halt sehr stark damit zusammen, ob du es schaffst, irgendwie unterschiedliche Leute irgendwie an das Projekt zu binden, weil du halt viele interessante Geschichten nur aus unterschiedlichen Bereichen bekommst und ja, sich natürlich auch die Art der Leute, die sich damit beschäftigen, halt über die Zeit ändert.

Dominik

Ja, das ist das Bias of a single story, ja.

Dominik

Du hast nicht nur eine Geschichte, aus einer Perspektive, die erzählt wird, sondern du hast halt tatsächlich größere Mutter.

Jochen

Genau, genau.

Jochen

So dass halt das dort in gewisser Weise, so als das Kern-Ding gesehen wird, überhaupt diese Community so lebendig zu halten, dass quasi die Software mit überleben kann.

Jochen

Ich fand das ganz interessant, das habe ich jetzt letztens, ich erinnere mich jetzt ehrlich gesagt nicht mehr genau, in welchem Podcast ich das gehört habe.

Jochen

Erzählte irgendjemand, dass er gehört hätte, wenn es jetzt schon über zwei Ecken, dass vielleicht für Python auch irgendwie der Grund, warum es Python so gut geht gerade.

Jochen

Und das tut es ja im Verhältnis zu anderen, vielleicht der etwas glückliche Grund war, dass halt zu der Zeit, wo es die Änderung von Python 2 auf Python , also den Wechsel, gleichzeitig einen Zustrom aus einer neuen Quelle von Leuten gab, die in die Community mit reingekommen sind, nämlich Data Science.

Jochen

Wenn das nicht passiert wäre, dann wäre halt sehr fraglich gewesen, ob das sozusagen überhaupt so wirklich zu schaffen gewesen wäre.

Jochen

Oder so ist halt sozusagen die Geschichte an der Stelle, die Anekdote, ja, dass halt, wenn man jetzt quasi keine neue Quelle an Leuten, die halt dafür gesorgt hätten, dass es eine aktive Community gibt, gehabt hätte, dann hätte man halt, wäre halt Großteil der Community, oder ein wesentlicher Teil der Community bei Python 2 geblieben.

Jochen

Man hätte ein großes Problem gehabt, weil, ja, sozusagen, dann hat man halt plötzlich zwei Interpreter, in denen entwickelt wird und so weiter und so weiter.

Jochen

Und das war halt genau zum richtigen Zeitpunkt und dass das halt alles so passiert, ist halt mehr oder weniger auch Glück oder halt auch ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, dass halt unterschiedliche oder ja, Leute aus unterschiedlichen Bereichen halt in so einer Community dann irgendwie andocken können.

Reimar

Ja, man muss immer aufpassen, dass man Diversity ist halt viel mehr als halt nur eine Geschlechterfrage.

Jochen

Ja, genau.

Reimar

Das ist halt kulturell und halt auch über Altersgrenzen halt.

Reimar

Und das ist halt, ja, das ist halt was, wo halt sehr lange schon Diversity-Statements halt hat und auch halt das lebt halt.

Dominik

Ja genau, also mit dem Leben fand ich irgendwie so toll und sehr wichtig.

Dominik

Also das hat mir besonders gut gefallen, weil, also man findet das wirklich selten so offen wie in Software.

Dominik

Also ich war jetzt auch noch nicht in zu vielen Communities, um das richtig beurteilen zu können, aber das ist mir wirklich auch gefallen, dass es so das so gelebt wurde, wie ich es mir immer so vorgestellt hätte und wo ich es sonst immer nicht so vorgefunden habe, wo dann immer irgendwie dann doch so die kleinen Intrigen und Dinge irgendwie aufkamen, die so nicht so sind.

Dominik

Vielleicht stecke ich da auch noch nicht tief genug drin und übersehe das bei Feißen dann doch.

Dominik

Aber ich hatte das Gefühl, dass zumindest die Leute alle mit offenen Armen empfangen worden sind, egal was sie für Menschen waren.

Jochen

Ja.

Das fand ich sehr gut.

Jochen

Ich höre das auch mal von Leuten, die aus anderen Bereichen kommen, dass wenn sie das dann halt mal mitbekommen und ganz erschauen sind, dass es halt so läuft und dass sich die Leute tatsächlich helfen und Ressourcen irgendwie ins Netz stellen und ja, und in anderen Communities ist es halt überhaupt gar nicht so und überhaupt nicht selbstverständlich.

Jochen

Und dann ist natürlich die Frage, ja gut, gibt es noch irgendwelche fiesen Dinge, die Leute abschrecken, für die wir inzwischen blind geworden sind.

Jochen

Also entweder weil man aus einer bestimmten Position halt nicht davon betroffen ist, ja, wenn man jetzt zum Beispiel zu einem Geschlecht gehört, dann ist halt man damit halt vielleicht nicht so ein Problem und sieht das gar nicht.

Jochen

Oder ist es halt so, dass es ein Marketingproblem ist und eigentlich ist es halt einfach nur nicht bekannt, dass das halt eine total flauschige, irgendwie nette Gruppierung ist und dass der Eindruck ist, es sind halt komische Typen, die irgendwie seltsame Dinge machen.

Jochen

Und riecht alles so ein bisschen irgendwie, ja.

Jochen

Ich weiß es nicht, keine Ahnung.

Reimar

Aber da passiert einfach das Gleiche wie auch bei den anderen Projekten halt.

Reimar

Es gibt dann einfach eine Abspaltung und die Leute sind dann halt, es gibt dann halt zwei Gruppen halt das ist auch bei Communities einfach der Fall.

Reimar

Es ist ja nicht immer so, dass dann einfach auch mal einfach nur der Moderator wechselt oder der Sprecher oder so.

Reimar

Und dann es gibt halt auch, wenn es diese Konflikte gibt, dann gibt es auch Spaltungen von Communities.

Reimar

Aber in der Regel ist das ja dann immer so ein punktuelles Problem, sodass die anderen, die dann in den der Community sind, das ja dann auch wieder dämpfen können und das auch dann irgendwie sich wieder klärt halt.

Reimar

Ja, also das gibt es in der Python-Community so wie überall auch.

Reimar

Es ist vielleicht einfach nur so, dass man halt dann trotzdem versucht halt wieder dann oder hat genügend Pole, die das dann versuchen, wieder aufzufangen.

Reimar

Und ja, das ist halt, wenn man sich anschaut, was wir ja auch sehr häufig praktizieren, das sind ja diese großen Konferenzen oder auch kleineren Treffen.

Reimar

Und das bringt halt einfach auch eine gewisse Entspanntheit, wenn die Leute sich erstmal kennenlernen.

Reimar

Also dann ist halt halt auch vielleicht so ein Missverständnis mal aufzuklären.

Reimar

Und das ist vielleicht bei anderen Communities, die nicht so einen regen Austausch haben, einfach viel schwieriger.

Jochen

Tja, ja.

Jochen

Was mich auch noch interessieren würde, habe ich so ein bisschen auch schon immer mal wieder drüber nachgedacht, aber mir ist auch noch nichts, und ich habe auch noch nichts gehört, was mich wirklich total überzeugt hätte.

Jochen

Was wäre denn eure Idee für, wie kriegt man mehr, wie kriegt man dieses Marktversagen, dass es halt irgendwie wichtige Dinge gibt, die eigentlich gemacht werden müssen, aber keiner zahlt da irgendwas für und irgendwie die Leute, die das machen, irgendwie müssen das halt von ihren Ersparnissen her irgendwie finanzieren oder sind halt, verdienen halt deutlich weniger, als sie könnten, wenn sie irgendwie andere Sachen machen würden.

Jochen

Was wären denn aus eurer Sicht Möglichkeiten, an diesem Problem irgendetwas zu tun?

Dominik

Also es gibt ein paar coole Ideen, die man da auf jeden Fall haben kann.

Dominik

Also was mir jetzt, als erstes einfällt, ist, dass natürlich auch immer dann ein Bias hat.

Dominik

Also wenn du jetzt einen Wettbewerb auslobst über die beste Software und den irgendwie mit Preisgeldern versiehst, dann werden da auch bestimmte Leute von angezogen und halt nicht vielleicht die Leute, die tatsächlich die richtige Arbeit machen, irgendwo außerhalb dieser ganzen Kreise.

Dominik

Aber die Frage ist halt vielleicht, also ich finde so eine moderierte Idee gar nicht schlechter.

Dominik

Wenn man jetzt wirklich eine Art Budget hätte, ja, das gibt halt einen Fonds, einen Fund, der von wahrscheinlich einer Regierungsstelle mit Geld versorgt wird und der dann irgendwie kuratiert, entscheidet, vielleicht auch nach so einem Zyklusprinzip, welche von den Projekten denn, wenn die jetzt eine bestimmte von mir aus Voraussetzungen erfüllen, Entwicklerstellen oder halbe Stellen oder wie auch immer Unterstützung bekommt.

Dominik

Und da kann man, glaube ich, relativ viel machen.

Dominik

Also wenn das halt mit der Community quer gekoppelt ist und die Kommunikation in verschiedene Richtungen offen ist und es halt nicht darum geht, dass wer wieder an den Fleischstöpfen sitzt, sondern tatsächlich so ein bisschen dezentral organisiert werden kann, wäre das doch eine Chance da, so ein bisschen noch mehr Attraktivität zu erhöhen, weil ich glaube, dass es tatsächlich gar nicht so relevant, weil wenn ich jetzt gerne Open Source entwickeln möchte und ich bin jetzt beispielsweise Anfänger oder ich muss jetzt gucken, dass ich mit meiner Zeit, man hat ja noch Familie und dies und das, so umgehe, dass ich irgendwie noch überleben kann oder mein Leben fristen kann und gleichzeitig irgendwie Open Source commit

Dominik

ten möchte, dann kann das schon ein Trade-off sein.

Dominik

Und der Open Source unter Umständen dann gute Entwickler kostet.

Dominik

Und da muss man vielleicht tatsächlich dafür sorgen, dass die Leute auch die Möglichkeit haben, noch ein bisschen mehr zu partizipieren.

Reimar

Ja, was du ja als Firma auch hast, ist ja die Situation, dass du jetzt ein Open Source-Produkt hast und du kommst mit diesem Entwicklungszyklus ja gar nicht klar.

Reimar

Ja, weil wenn du jetzt in der Firma bist, hast du ja so die Vorstellung, du hast jetzt eigentlich zehn Mitarbeiter, die können das jetzt nur leider nicht, ja.

Reimar

Aber wenn das ja deine Software wäre, dann würdest du ja einen Zeitplan haben, wo du genau wissen würdest, wann diese Software dieses Feature hätte.

Reimar

Jetzt ist das aber so, jetzt bist du abhängig von so einer Open-Source-Software, die ganz anders funktioniert, weil diese Community sagt auf einmal, ja, das ist schön, dass du diesen Feature-Request da reingestellt hast, aber das ist bei uns nicht im Release-Plan und das kommt erst nach Version 2 raus.

Dominik

Und das Windows-Tösschied ist.

Das heißt, da würde die Community

Reimar

ja gar kein Interesse haben, so gesehen daran zu arbeiten.

Reimar

Aber da gibt es ja dann die andere Möglichkeit, die die Firmen auch nutzen.

Reimar

Die sorgen einfach für einen Sprint.

Reimar

Also die sorgen dafür, dass dann die Entwickler zusammenkommen und auch der Maintainer und die finanzieren den Sprint deswegen, damit einfach diese Änderungen, die sie brauchen, dann auch in den Code reinkommt.

Dominik

Also deine.

Reimar

Und das Modell.

Dominik

Idee wäre, firmenfinanzierte Sprints abzuhalten noch mehr dann.

Reimar

Ja, das wäre, das wäre, dann würden die ja auch einen direkten Nutzen daraus haben.

Jochen

Also ich gibt da tatsächlich auch eine, weiß ich jetzt gar nicht, welche Form diese Organisation die hat.

Jochen

Titlelift.com zum Beispiel, die machen das so, dass man halt sozusagen Subscription für Open Source irgendwie Software abschließt und dann halt zum Beispiel die Möglichkeit im Gegenzug bekommt zu sagen, welche Features denn jetzt nur mit Priorität irgendwie behandelt werden sollen oder nicht.

Jochen

Das ist vielleicht so ein ganz interessantes Modell.

Jochen

Also solche Sachen kann man sich schon überlegen, dass halt die Firmen tatsächlich direkt dann halt irgendwie einen Vorteil dadurch haben, dass sie irgendwie, also weil sonst wäre es halt eine Spende und also halt immer das Problem in einer Firma, wenn man jetzt Geld ausgeben möchte, dann hat man, also so kleinere Sachen sind oft nicht so ein Problem.

Jochen

Aber die Frage ist dann halt immer, okay, wofür wird das Geld ausgegeben?

Jochen

Was ist also wirklich der Grund?

Jochen

Und kriegt man das auch nicht irgendwo billiger?

Dominik

Ja, da ist ja Controller vorbei, der streicht das wieder zusammen.

Jochen

Genau, und das ist bei Open Source schwierig, weil es ist halt, theoretisch müsste man ja gar nicht bezahlen.

Jochen

Dann sagt man, sagt man, okay, aber wieso bezahlst du dann?

Jochen

Das ist ja Quatsch, dann wird es gestrichen.

Ja.

Jochen

Und sowas wie Tightlift wäre halt eine Möglichkeit zu sagen, ja, aber dafür bekomme ich halt irgendwie Priorisierungsgeschichten oder irgendwie, weiß ich nicht, irgendwelche Update Security oder sonst wie Vorteile, naja.

Reimar

Du hast ja auch noch ganz andere Probleme, ja.

Reimar

Ich mache ja zum Beispiel total viele Sachen ehrenamtlich, ja.

Reimar

Also weil mir das einfach Spaß macht.

Reimar

Wenn ich ja jetzt quasi Geld dafür bekäme, dann muss ich ja, habe ich ja ein ganz großes Problem eigentlich, ja.

Reimar

Und das ist für mich ein viel größerer Aufwand, als einfach zu sagen, ja, zu dem Zeitpunkt habe ich Zeit und ja, dann machen wir ein Barcamp oder so.

Reimar

Das könnte ich mir ja auch im Endeffekt, könnte ich ja das ja auch vermarkten, ja, dieses Konzept.

Reimar

Aber das ist einfach, das würde den ganzen Community-Gedanken stören.

Dominik

Und wenn ich das

Reimar

ehrenamtlich mache, dann ist das einfach so, ja, es ist alles geregelt und wir haben so eine Art Party.

Reimar

Mehr ist das ja in dem Sinne ganz übertragen.

Reimar

Es sind ganz viele tolle Leute da und wir erzählen uns gegenseitig zwei Tage lang, was wir an tollen Sachen entdeckt haben, was wir wissen wollen.

Dominik

Ja, und dann geht es wieder los, dann kommt es.

Reimar

Das ist halt genau das Problem.

Reimar

Jetzt kommt diese Firma und die hat jetzt ein Open Source Projekt und das ist ja nicht wirklich greifbar, dass sie da jetzt bei jedem, wenn da jetzt keine Firma dahinter steckt, oder jemand, der das finanziell abwickeln kann, dann ist das total erstmal ganz schwierig, dann ein Konzept zu finden, wie man das dann so geregelt bekommt, wie die das haben möchten.

Reimar

Und daher ist es ganz wichtig, dass halt die Software-Open-Source-Szene halt ein Ökosystem braucht von Firmen, die dann auch mit dieser Software Geld verdienen können.

Reimar

Das ist essentiell, sonst kannst du diese Situation gar nicht auflösen.

Reimar

Wenn du jetzt zum Beispiel bei Plon anschaust, da gibt es ja auch einige Kernentwickler, die sehr kleine Firmen haben.

Reimar

Da ist es, was heißt sehr kleine Firmen haben und da ist es einfach dann auch möglich, eine Plonentwicklung in Auftrag zu geben.

Reimar

Und das könntest du gar nicht, wenn du jetzt halt nur so ein Modell hättest, wo du halt Open Source Entwickler hast, die einfach über die Welt verteilt sind.

Reimar

Das muss halt, wenn man die, du musst diese ganzen Sachen sehen.

Reimar

Also die interessanten oder die das, was die Open Source-Projekte erreichen können, ist quasi so ein Ökosystem zu bauen, dass ihre Entwickler dann darüber auch finanziert werden können.

Reimar

Das setzt aber voraus, dass die natürlich auch entweder in der Firma arbeiten wollen mit dem Produkt oder halt so eine gründen wollen.

Reimar

Das ist halt, schließe dann den Kreislauf wieder, weil dann auch quasi dieses Gedankenmodell halt funktioniert, dass die ja quasi nur eine Dienstleistung an dem Produkt machen.

Reimar

Und sie besitzen es ja nicht.

Reimar

Das ist ja der Unterschied.

Reimar

Bei einer Firma, die würde sagen, ich besitze ja dieses Produkt.

Reimar

Und bei der Open Source Szene ist das ja so, dieses Produkt gehört der ganzen Welt.

Reimar

Da gibt es keinen einzelnen Besitzer.

Reimar

Es gibt halt eine Community, die man bevorzugt, weil die tolle Arbeit macht und weil man der vertraut, dass die Veränderung dann auch schnell einpflegt, die man braucht.

Reimar

Aber ansonsten, eigentlich gehört das Produkt ja schon der ganzen Welt.

Reimar

Das heißt, wenn man unzufrieden ist, dann kann man eine andere Lösung suchen.

Reimar

Und das hat aber eine Firma nicht, diese Möglichkeit.

Reimar

Die hat ihr Produkt und hat dann nur dieses Produkt.

Reimar

Und wenn die jetzt ein Open-Source-Produkt nutzt, dann muss sie halt einen Weg finden, wie sie das weiterentwickeln kann.

Reimar

Und das kann sie entweder dann nur, indem sie eigene Ressourcen einbringt oder halt das Glück hat, dass die in der Open-Source-Szene halt Firmen sind, die man dann beauftragen kann.

Reimar

Und das Modell, das nimmt halt zu.

Reimar

Also das sehe ich so, dass das zunimmt.

Dominik

Ich finde wirklich wichtig, dass man da tatsächlich nochmal mehr mit öffentlichen Geldern irgendwie arbeiten kann.

Jochen

Ja, ja, ja.

Jochen

Also ich würde sagen, ich würde sagen, diese Formgeschichte ist jetzt mehr so die Frage, wie man das verteilt oder wie man priorisiert, wo welches Geld hinkommen soll.

Jochen

Aber tatsächlich würde ich jetzt so aus einem globalen Blickwinkel auch sagen, ja, warum nicht irgendwie Amazon, Google, die ganzen, die davon profitieren, dass es halt, dass ihre Infrastruktur Open Source ist, besteuern und dann die Steuern dazu verwenden, um die Infrastruktur zu bauen.

Jochen

Das ist sogar wahrscheinlich letztlich auch für die großen Firmen das Beste.

Jochen

Ja, sozusagen, um halt so ein bisschen das Marktversagen, das es an der Stelle schon gibt, auszugleichen.

Jochen

Weil ich fürchte tatsächlich, dass also viel Infrastruktursoftware ist nicht so, wird nicht so stark entwickelt, wie es eigentlich, wie der Bedarf da wäre.

Jochen

Also dass da auch da, ich weiß, es gibt viele Firmen im Umfeld von irgendwie Projekten wie Django oder halt Pandas oder so, dass die wirklich nennenswert zur Entwicklung beitragen würden.

Jochen

Weiß ich jetzt nicht.

Jochen

Und Projekte haben oft ein großes Problem, Leute dann tatsächlich zu beschäftigen.

Jochen

Oder halt, es gibt immer so kleinere Spenden oder es gibt halt irgendwie so Sponsorengeschichten bei Konferenzen, aber diese Beträge sind immer sehr volatil.

Jochen

Also das ist halt in einem Jahr ist es halt immer super, in einem anderen Jahr jetzt zum Beispiel, glaube ich, ist das für viele Projekte ein echtes Problem, dass es eben zum Beispiel gar keine Konferenzen gibt.

Jochen

Und dann diese ganzen Sponsorgeschichten halt alle ausfallen.

Jochen

Und darüber kann man halt dann nicht so gut irgendwie Entwickler fest bezahlen.

Jochen

Das geht halt einfach nicht so gut.

Jochen

Ja.

Jochen

Keine Ahnung.

Jochen

Anderes Modell fand ich auch super interessant.

Jochen

Wäre halt sowas wie, da meinte jemand, wie war das?

Jochen

Ich glaube, das war Russell Keys McKee, da, auch einer von den Django-Community-Leuten, warum nicht einfach eine Checkbox irgendwie an der Stelle anbringen, wo das Geld sozusagen zwischen Parteien ausgetauscht wird, nämlich irgendwie bei sowas wie den ganzen Cloud-Hosting-Geschichten halt bei AWS oder so, wo man dann halt einfach noch anklicken kann, okay, ein Prozent vom Umsatz soll irgendwie an die anteilig verteilt werden, an die Open-Source-Projekte

Jochen

, die sozusagen daran beteiligt sind, dass es diesen Service überhaupt geben kann.

Jochen

Und ja, dass man dann an der Stelle halt so ein bisschen was abzwackt von dem Geld, was da durchströmt.

Jochen

Weil das ist ja auch eigentlich auch ein krasses Missverhältnis, dass dann Amazon so viel Geld damit verdient, mit Arbeit, die sie eigentlich gar nicht selber geleistet hat.

Dominik

Ja, das ist halt genau das Ding, wenn das halt nur so voluntary alles ist und wie der Reimer sagt, dass du halt irgendwie da selber irgendwie auch Spaß dran sitzt.

Dominik

Es gibt halt dann, also für uns ist das vielleicht sogar irgendwie alle noch möglich, aber spätestens, wenn er da der Ehepartner auf den Kies geht und die hohen Ende Mäuler da stehen, sagen so, hier, ich brauche aber was zu essen, das kann ja schwierig werden.

Dominik

Also gerade je nachdem, wo man auf der Welt auch sitzt und so, ist das vielleicht dann mehr oder weniger schwierig.

Dominik

Und da muss man eigentlich tatsächlich dafür sorgen, dass irgendwie da Geld mit verknüpft werden kann, irgendwo.

Dominik

Also finde ich jetzt.

Dominik

Also ich finde das, glaube ich, relativ essen.

Dominik

Ist das vielleicht eine kapitalistische Haltung an der Stelle, aber irgendwie müssen die Leute ja zu Brot kommen, ja, wenn das da gerade sonst nicht mehr ist.

Reimar

Ja, es ist halt, ja, das ist halt das Schwierige bei der Situation.

Reimar

Letztendlich hast du etwas geschaffen, ja, vielleicht in einer Zeit, wo es dir gut ging, ja, und dann geht es dir halt nicht so gut.

Reimar

Aber dieses Produkt ist auf einmal quasi der Renner.

Reimar

Und ja, es entwickelt aber auch keiner weiter.

Reimar

Und dann hast du halt genau diese Situation, die einige schon erfahren haben.

Reimar

Da kann halt auch letztendlich nur die größere Community dann helfen, dass du da wieder rauskommst.

Reimar

Und dann hast du ja aber schon auch das Glück, dass dein Produkt ja gebraucht wird.

Reimar

Also vor einiger Zeit, ich glaube, dass da sind halt bei OpenSSL oder so, der ist der Hauptentwickler, der war arbeitslos.

Reimar

Das kann man sich gar nicht vorstellen, dass das sowas passiert.

Reimar

Das hat es aber dann auch, als das bekannt geworden ist, war das Problem aber auch relativ zeitnah dann wieder gelöst.

Reimar

Aber das ist halt auch so ein Punkt, wo nur Community hilft.

Reimar

Also die Open Source Community, egal von welchem Projekt, die arbeitet in der Regel mit anderen Projekten zusammen.

Reimar

Und auch halt in solchen Sachen.

Reimar

Sonst würden sich solche Sachen ja überhaupt nicht verbreiten.

Reimar

Und das ist so eine individuelle Lösung immer.

Reimar

Und ich weiß nicht, ob ein Modell hilft, wo dann irgendwelche Konzerne irgendwohin Geld verteilen.

Reimar

Weil das muss ja auch ein Empfänger sein und das muss auch irgendwie geregelt sein.

Reimar

Momentan sehe ich halt so Modelle halt auch bei der PSF, also Python Software Foundation finde ich das gut, dass man da halt, dass große Firmen da Sponsoren sind.

Reimar

Und dann quasi auch, dass wir uns quasi dadurch leisten können, dass wir die Python Software Foundation halt auch quasi groß hat.

Reimar

Und dass wir eine Verwaltung da haben.

Reimar

Und ja, was wir sonst ja auch quasi nur wie so einen normalen Verein führen könnten.

Reimar

Und solche Modelle sind ja auch quasi nur durch Sponsoring dann zu realisieren.

Reimar

Und die anderen Sachen sind halt, ja, das ist ein Freund von mir, der sagt halt immer, wir müssten eigentlich auf einen Grundgehalt hin.

Reimar

Es ist eigentlich total Unsinn, dass das Gehalt so unterschiedlich ist.

Reimar

Wie soll das eigentlich weitergehen?

Reimar

Also sein Modell ist halt in der Zukunft, dass einfach die Arbeit eher gleichwertiger bezahlt wird und man einfach ein Grundgehalt hat.

Reimar

Und da sich auf Basis dieses Grundgehalts einfach schon mal keine Sorgen mehr machen muss.

Dominik

Man könnte hier in Deutschland mal die Bundesligaspieler besteuern und denen sagen, die sollte ein bisschen da beitragen.

Dominik

Entschuldigung, kleiner polemischer Kommentar mehr.

Reimar

Das wäre halt so ein Modell halt.

Reimar

Aber da ist halt, ja, du sagst halt, Sportarten, Sponsoring und solche Sachen, ja, das nimmt halt Dimensionen an, die sind halt, wo man halt nicht weiß, ob der Gegenwert das dann auch wiedergibt.

Reimar

Und wenn man aber sagt, okay, wieder hat alles das, was er zum Leben braucht, dann würden sich ja eine ganze Reihe Probleme erstmal lösen.

Reimar

Und dann ist halt die Frage, wie, was treibt denn dann die Welt noch an?

Reimar

Das ist halt die große Frage.

Reimar

Was treibt denn die Leute an, dass sie jetzt immer beschleunigter leben möchten?

Dominik

Das wissen wir aber sehr viele sowieso.

Dominik

Das ist ja sowieso in einer Meinung.

Reimar

Ja, das ist ja so der Punkt.

Reimar

Also welche Maßnahmen würden denn eine automatische Entschleunigung geben?

Dominik

Ich weiß nicht, billige Entschleunigung?

Jochen

Das ist halt die Frage.

Jochen

Ist das machbar?

Jochen

Können wir das überhaupt entscheiden?

Ja.

Jochen

Schwierig.

Reimar

Also ich glaube nicht, dass man, also das, also außer dass jetzt so große Firmen halt freiwillig irgendwo Gelder in Fonds einzahlen, da wird man die nicht dazu bewegen können.

Dominik

Ja, ich glaube, du musst halt tatsächlich so eine staatliche Organisation haben.

Dominik

Also du musst halt tatsächlich Steuern irgendwie für diese Zwecke verwenden, weil sonst wird das mittelfristig sehr ineffektiv weiterlaufen mit dem Aquasagen, was man da halt dann da hat.

Dominik

Und das muss halt eigentlich die Politik vielleicht dann erkennen und dann merken, dass das keine schlechte Idee ist.

Dominik

Also auch aus diesem Googles haben wir auf Code-Gedanken her, dass man halt junge Leute dazu bringt, gute Software zu schreiben.

Dominik

Und da kann man dann ja vielleicht ein bisschen steuern, wer irgendwie so wie das macht, dann könnten sich Leute alle politisch austoben, aber vielleicht nicht die schlechteste Idee.

Dominik

Ja, wir

Jochen

müssen ja schon.

Jochen

Wobei ich ehrlich gesagt bei dem Gedanken, dass die Politik da irgendwie bemerken muss, dass es irgendwie ein Problem gibt und dann entsprechend was dran tut, dann

Dominik

beißt es die ganze Zeit.

Jochen

Ob es da nicht auch eine Lösung gibt, weil das wird dann, ich meine, wenn man sich überlegt, wie lange das alles dauert, da ist es halt, dann sind wir dann schon nicht mehr dabei.

Ja.

Jochen

Ja, tja.

Dominik

Ja, aber wir haben doch schon gesehen, dass es da irgendwie viele schöne Sachen gibt in der Wahl.

Jochen

Haben wir noch irgendwelche Dinge, die wir unbedingt irgendwie zu diesem Thema irgendwie sprechen sollten?

Jochen

Oder irgendwelche Dinge, die Python besonders machen.

Dominik

Ja, habe ich schon gesagt, also Python ist komplett Open Source, das haben wir ja gar nicht gesagt.

Jochen

Ja.

Dominik

Aber ja, vielleicht war das ja auch ein schon klar.

Jochen

Genau, oder dass es halt irgendwie unterschiedliche Lizenzgeschichten gibt und ja, Python, BSD-Lizenz.

Ja.

Dominik

Also der Reinheiten hat zum Beispiel noch nicht so eine MIT-Lizenz gesagt oder sowas, die man ja auch dann einfach dann am ändern und für sich beanspruchen darf und dann kommerziell verwenden darf.

Dominik

Das hört sich jetzt so an, als wärst du da nicht so der Fan von.

Nochmal, von was?

Reimar

Welche Lizenz?

Dominik

MIT-Lizenz zum Beispiel.

Reimar

Also ich nutze die selber nicht in meinen Projekten.

Reimar

Oder doch, ich habe glaube ich auch ein Projekt, was unter MIT-Lizenz ist.

Dominik

Also vielleicht nochmal der MIT macht halt alles frei, man kann die halt auch frei verwenden, frei verkaufen.

Dominik

Man kann auch sagen, das, was ich jetzt mit der Software gemacht habe, mache ich jetzt zu closed, ja, und kann einfach dann alles tun.

Reimar

Bei MIT kann es dir halt auch passieren, dass du quasi so eine Art Open Source Lizenz oder Open Source Modell hast, aber gar nicht den Quellcode bekommen muss.

Ja, um.

Ja.

Ja.

Jochen

BSD hätten wir halt noch, ist auch eher so Richtung MIT versucht, ein paar Sachen abzufedern.

Jochen

Da gibt es auch eine unterschiedlichen Version, dass man halt zum Beispiel nicht dann irgendwie wegen Patentgeschichten belangt werden kann.

Jochen

Ja, obwohl das in MIT, glaube ich, auch drin.

Jochen

Ehrlich gesagt, ich bin nicht so der Lizenzxperte.

Jochen

Dann halt die ganzen Copyleft.

Dominik

Ich habe ein ungelesenes Buch dazu zu Hause, liegen vielleicht vielleicht mal rein schon.

Dominik

Versuch's mal unter Kopfkisten heute Nacht dann.

Dominik

Für diese Folge wird es nicht erufen.

Dominik

Ja.

Dominik

Ja, aber ich würde sagen, da habt ihr noch irgendwie einen Punkt, den ihr heute.

Jochen

Ansonsten können wir ja Picks machen, wenn ihr.

Jochen

Ja.

Jochen

Also ich hätte einen.

Dominik

Ja, gut, dann Jochen, bitte Pick.

Jochen

Ja, ich mache in letzter Zeit ein bisschen mehr Web-Frontend-Geschichten und dem, kommt hier auch aus Düsseldorf Webworker.

Wie heißt der Podcast?

Jochen

Webworker-Podcast?

Jochen

Nee, das Webworker Meetup.

Dominik

Webers Meetup.

Jochen

Working Draft heißt der.

Jochen

Ja, auch so ein Frontend-Design-Entwicklungs-Podcast aus Düsseldorf, den ich jetzt dann halt auch ein bisschen mehr höre.

Jochen

Und da wurde das Projekt Heiny Helpers erwähnt, wo man halt eine Sammlung hat von sozusagen Single-Purpose Online-Tools für Webentwicklungsgeschichten.

Jochen

Und das ist eigentlich ganz schick.

Jochen

Ganz viel Zeugs davon ist natürlich eben auch Open Source und man kann damit halt irgendwie alle möglichen lustigen Dinge tun, wie zum Beispiel, weiß ich nicht, irgendwie eigene Webseite oder die URL dazu reingeben, dann halt mal die Fonts ändern und gucken, was passiert oder weiß ich nicht, irgendwie Farbschemata und ach, weiß der Teufel.

Jochen

Es gibt so viel unterschiedliches Zeug, wenn man da über diese Webseite scrollt, da ist so viel Zeug drin.

Dominik

Das ist ein Open-Source-Pick, kein Python-Pick, wenn ich dich richtig verstehe.

Jochen

Nee, das ist kein Python-Pick, das ist eher so ein, genau, ja, ja.

Jochen

Was gibt es da draußen alles an netten Diensten, Seiten, Software, die man irgendwie verwenden kann?

Jochen

Ja.

Dominik

Okay, okay.

Dominik

Ja, Raim, hast du auch einen Pick der Woche oder hast du noch eine abschließende Worte zu der Open Source?

Dominik

Haben wir vergessen, nicht was zu fragen.

Dominik

Also, während du darüber noch nachdenkst, dann fange ich vielleicht einfach mal an mit meinem Pick der Woche.

Dominik

Und zwar habe ich eine Seite entdeckt, dass das Python 3 Modul of the Week mache.

Dominik

Okay.

Dominik

Weil wir, also da habe ich bis jetzt noch nicht reingeguckt, aber das ist das pymodv.com.

Dominik

Warum es auch immer kommen ist, aber ja, da sind halt ganz viele verschiedene schöne Module beschrieben, die man sich mal anschauen kann, wenn man mag.

Jochen

Okay.

Reimar

Ja, ich hatte ein schönes Modul entdeckt.

Reimar

Und zwar hatte ich die Schwierigkeit, ich weiß nicht, ob ihr das schon mal überlegt habt, wie man mit SVGs als Template benutzen kann.

Dominik

Kannst du das nochmal sagen?

Reimar

SVG-Grafiken, die du mit Inkscape schreiben kannst.

Inkscape ist ja auch so ein schönes Open-Source-Produkt.

Reimar

Und SVGs sind eigentlich XML-Dateien.

Reimar

Und ja, jetzt kannst du dir natürlich eine tolle Grafik überlegen, wo du dann in diese SVGs irgendwelche andere Bildelemente einsetzt.

Reimar

Und ja, das kannst du dir entweder jetzt selber schreiben oder ich habe dann aber durch Suchen herausgefunden, dass es schon jemanden gibt, der das sehr perfektioniert hat.

Reimar

Und das ist eine Bibliothek, die nennt sich SVG, also SVG, also G-L-U-E.

Reimar

Und da kann man also sehr schön Grafiken, die man mit Inkscape erstellt hat oder die man aus PDF in Inkscape halt verarbeiten kann, einfach noch zusätzlich mit einem weiteren Tag versehen.

Reimar

Und dann kann man quasi diese Elemente, Rechtecke, Texte einfach per Python-Brogramm befüllen.

Reimar

Hat dann halt quasi so einen Serienbrief in einer skaliert, also einem SVG.

Reimar

Oder kann schöne QR-Codes machen mit tollen Elementen halt oder sogar mit einer Logik halt entsprechend, wie die Funktionen der Webseiten sind.

Reimar

Und das hatte mich halt, fand ich auch wieder sehr toll halt, dass man einfach in der Python-Welt einfach mit ein paar Suchworten das Produkt findet, was man schon nicht mehr selber programmieren muss, sondern sich da nur noch.

Reimar

Um die Sachen halt kümmern muss, wie man seine QR-Codes da reinbekommt oder seine Elemente.

Jochen

Ja, cool.

Ah, schön, schön.

Dominik

Ja, Cairo SVG, ja, jetzt hat er gesehen.

Dominik

Okay, interessant.

Dominik

Ja, cool, danke für den Tipp.

Dominik

Ja, war eine sehr spannende Folge, wieder viel mitgenommen.

Dominik

Vielen Dank, dass du unser Gast warst heute.

Jochen

Ja, vielen, vielen Dank.

Reimar

Ja, danke euch auch.

Dominik

Und ja, dann würde ich sagen, das war's für heute.

Bleibt uns gewogen.

Dominik

Hört doch wieder rein.

Dominik

Wann auch immer in der Hör, Tagnacht, mittags, morgens, auf der Autofahrt, beim Schlafen gehen.

Dominik

Zum Einschlafen.

Dominik

Eine gute Zeit, bleibt gesund und wir hören uns.

Alles klar.

Tschüss.